//“Es macht am meisten Spaß, als Kommunikator die Unternehmensstrategie mitzugestalten” – Florian Martens zur Zukunft der PR

Florian Martens, Daimler AGFlorian Martens ist Head of Global Communications Trucks & Buses der Daimler AG und verantwortlich für rund 90 Kommunikatoren weltweit. Das Tätigkeitsfeld seines Teams umfasst neben Wirtschafts-, Produkt- und Technologiethemen, die Kommunikation in sozialen und digitalen Medien, Executive- und interne Kommunikation, Events und Messen sowie Aspekte der Marketingkommunikation.
Florian Martens hat mehr als 15 Jahre Erfahrung in Unternehmens- und Marketingkommunikation sowie Strategie. Er ist seit 2004 in verschiedenen Management Positionen für die Daimler AG in Stuttgart und New York tätig und hält Abschlüsse der Universität Wisconsin (BA) und der TU München (MBA).

Florian Martens
Head of Global Communications Trucks & Buses der Daimler AG

Twitter: @florian_martens
LinkedIn: Florian Martens

1. Welchen Stellenwert hat die PR in Ihrem Unternehmen/Ihrer Organisation heute – und künftig?

Wir fühlen uns durch die Unternehmensleitung sehr wertgeschätzt – als strategischer Partner, der nicht nur Kommunikationsaufträge ausführt und anlassbezogen kommuniziert, sondern an wichtigen Unternehmensentscheidungen von Beginn an beteiligt ist. Wir sehen uns auch als Spiegel externer Wahrnehmungen aller relevanten Stakeholder ins Unternehmen hinein: Welche Interessen und Bedürfnisse sehen wir bei den Anspruchsgruppen und was bedeutet das für die Management-Agenda?

2. Welche Stärken hat die PR? Wie kann sie ihre Position künftig weiter ausbauen? Was sind die großen PR-Trends und welche werden sich durchsetzen?

Am meisten Spaß macht die Arbeit, wenn man als Kommunikator die Unternehmensstrategie mitgestalten kann. Beispiel: technologischer Wandel in der Nutzfahrzeugbranche. Hier konnten wir in den letzten Jahren wichtige Schritte bei autonom oder elektrisch fahrenden Trucks und Bussen nicht nur kommunikativ begleiten, sondern sogar aktiv zu deren Entstehung und Weiterentwicklung beitragen.

3. Spielen Daten, Algorithmen und künstliche Intelligenz bereits eine Rolle in Ihrer täglichen PR- und Kommunikationsarbeit?

Ja, aber nur im Einzelfall und noch nicht flächendeckend als Teil einer strategischen Steuerung unserer Kommunikationsarbeit. Ich finde die Fragestellungen und Chancen rund um datengetriebene Kommunikation aber höchst relevant für die Weiterentwicklung unseres Bereiches – wir haben deshalb jetzt ein Projekt dafür aufgesetzt.

// Über #ZukunftDerPR
Nach unserer erfolgreichen Serie #ZukunftDesJournalismus, die sich mit dem Medienwandel und den damit verbundenen Veränderungen für den Journalismus beschäftigt hat, werfen wir nun einen Blick auf die PR-Arbeit von morgen. Wie schon bei der #ZukunftDesJournalismus, werden wir die spannendsten Folgen unserer Blog-Reihe auch wieder in einem Buch veröffentlichen.
Worauf wird es dabei ankommen? Was sind die großen Trends? Gemeinsam mit Profis und Entscheidern der PR- und Kommunikationsbranche wollen wir diese Fragen beantworten. Das Prinzip ist immer das gleiche: sieben Fragen, sieben Antworten von PR-Experten aus den unterschiedlichsten Branchen und Bereichen. Stück für Stück entsteht so ein Bild, das interessante Aussagen zu entscheidenden Entwicklungen von morgen und übermorgen ermöglicht.

4. Welchen Stellenwert haben die etablierten Medienmarken im Vergleich zu den neuen? Sind die Newcomer für Ihre PR-Arbeit bereits wichtiger als die Platzhirsche?

Ob Newcomer oder Platzhirsch – unsere Aufgabe ist es, sich professionell und zukunftsorientiert mit den Vertretern beider Gattungen auseinanderzusetzen. Außerdem sehe ich das nicht so kategorisch als „alt“ versus „neu“, der Übergang ist fließend. Am Ende sind alle für unsere Arbeit relevant, die sich für unsere Branche interessieren.

5. Stichwort Content Marketing: Immer mehr Unternehmen sind inzwischen selbst zu Publishern geworden und bauen eigene Kanäle weiter auf/aus. Trifft das auch für Ihr Unternehmen/Ihre Organisation zu? Und falls ja, hat die PR oder das Marketing dabei den Lead?

Die „Presseabteilung“ ist schon immer die „Content Factory“ gewesen, die nach spannenden Geschichten im Unternehmen sucht und diese, attraktiv und relevant aufbereitet, nach innen und außen trägt. Nur dass sich die Zielgruppen ebenso wie die Kanäle vervielfacht haben und man heute „Kommunikationsabteilung“ dazu sagt. Das war immer oberste Aufgabe und wird es auch weiterhin bleiben.

6. Was kann Marketing von PR lernen und wo kann PR sich eine Scheibe vom Marketing abschneiden?

Es fällt mir schwer, hier gegenseitige Lehrstunden zu artikulieren.

Es fällt mir schwer, hier eine künstliche Trennung vorzunehmen und dann auch noch gegenseitige Lehrstunden zu artikulieren. Am Ende ist beides eine Form von Kommunikation mit Sendern und Empfängern.

7. Bitte nennen Sie Ihr aktuelles (Lieblings-)beispiel für kluge, effektvolle und moderne PR (Strategie, Maßnahme, Person), das nicht von/aus Ihrem Unternehmen stammt.

Lahme und wenig kreative Antwort, aber Apple ist für mich nach wie vor ein großes Vorbild. Egal ob der neueste Produktlaunch, Schwierigkeiten in der Lieferkette oder die Auseinandersetzung mit dem FBI bezüglich eines erzwungenen Hacks des iPhones: In Cupertino wird moderne, kreative und glaubwürdige Kommunikation gemacht.

Foto: Daimler AG

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Manager PR & Communications

Frauke Weber hat nach ihrem Studium zunächst bei der Rheinischen Post volontiert und danach viele Jahre sowohl im Journalismus als auch in der Unternehmenskommunikation gearbeitet. Bei OSK kümmert sie sich seit Oktober 2017 um den Bereich Agentur-PR.

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