//Podcast: Sinnvoll oder nicht? Eine Entscheidungshilfe

Podcast Titel

Obwohl es Podcasts bereits seit mehreren Jahren gibt, sind sie in letzter Zeit wieder schwer angesagt. Dabei wurden sie schon 2007 zu Grabe getragen. Doch laut einer ARD/ZDF-Online-Studie hören 13 Prozent der Deutschen regelmäßig in Podcasts hinein. Klar, dass auch Unternehmen Potenzial für Marketing darin sehen. Doch wann ist die Produktion eines Podcasts tatsächlich sinnvoll?

Podcasts weniger attraktiv als Bücher und Videos

Bei aller Begeisterung um Audiocontent zeigt die oben zitierte Studie eines: 87 Prozent der Deutschen hören keine Podcasts. Zum Vergleich: 61 Prozent der Bürger lesen regelmäßig Bücher. Hierzulande gibt es also viermal so viele Leseratten wie Podcast-Fans.

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Auch gegenüber Video macht der Podcast eine eher schwache Figur: Im vergangenen Jahr gaben 57 Prozent der Teilnehmer einer Umfrage an, sich Videos zumindest selten über Videoportale im Netz anzusehen.

Rein von den Statistiken her ist der Podcast also nach wie vor als Nischenangebot einzuordnen. Das liegt zum einen daran, dass Audiocontent weniger attraktiv ist als hochwertig produzierte Videos. Denn warum nur einer reinen Tonspur lauschen, wenn Ton plus Bild in feinster Qualität, beispielsweise bei YouTube, verfügbar sind? Trotzdem hat der Podcast einige Vorzüge.

Einfache Produktion

Die Herstellung eines Videos oder anderer visueller Inhalte wie Infografiken ist mit hohem Aufwand verbunden. Auch Blogartikel müssen sorgfältig recherchiert und unterhaltsam geschrieben sein, wenn sie die Nutzer überzeugen sollen. Das ist ein aufwendiger redaktioneller Prozess, der je nach Grafik beziehungsweise Artikel mehrere Stunden bis Tage dauern kann.

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Podcasts hingegen lassen sich im Vergleich schnell produzieren. Das gilt insbesondere dann, wenn es sich bei der Tonaufzeichnung um ein lockeres Interview handelt. Hier fällt in der Nachproduktion kaum Schnittarbeit an. Ein klangvolles Intro und Outro angefügt, die komplette Tonspur mittels Tools wie Auphonic von Störgeräuschen befreit, schon ist der Podcast zur Veröffentlichung bereit. Natürlich muss vorher auch Arbeit im Sinne der Recherche und Vorbereitung geleistet werden. Doch das gilt für alle Content-Formate – ohne Vorbereitung keine Qualität. Bei Podcasts ist der Aufwand vorab üblicherweise jedoch geringer.

Und in Verbindung mit Services wie SoundCloud ist für Podcasts nicht einmal eigener Speicherplatz erforderlich. Einfach die optimierte Datei hochladen und dann den Shortcode auf der Unternehmenswebsite einbinden.

Content für unterwegs

Für Autofahrer, Pendler und alle anderen, die viel unterwegs sind, bieten Podcasts eine bequeme Möglichkeit, sich über interessante Themen zu informieren. So können auch Blogartikel als Sprachausgabe genossen werden, worauf sich der Anbieter narando spezialisiert hat. Nutzer können die App des Unternehmens herunterladen und sich von professionellen Sprechern Artikel aus bekannten Magazinen, darunter Gründerszene, Der Postillon und Golem, vorlesen lassen.

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Mit der Eintragung in Verzeichnisse wie Deezer, Spotify und iTunes sorgen Publisher dafür, dass Nutzer auf verschiedenen Wegen auf den eigenen Podcast aufmerksam werden. Bevor Unternehmen diesen Schritt gehen, sollten sie ihren Audiocontent nochmals auf bestmögliche Qualität hin prüfen. Die Hörer dieser Plattformen werden täglich mit exzellenten Podcasts verwöhnt. Hier besteht also wenig Toleranz für Amateuraufnahmen.

Übrigens: Inzwischen testen auch erste Unternehmen wie Daimler, Podcasts über Sprachsuchsysteme wie Alexa Voice Service als Audioversionen auszuspielen.

Ist ein Podcast sinnvoll? Das hängt von der Zielgruppe ab!

Ob sich die Produktion eines Podcasts lohnt, hängt von den jeweiligen Kommunikations- und Marketingzielen sowie von den Mediennutzungsgewohnheiten der Zielgruppe ab. Folgende Fragen gilt es zu beantworten:

  • Konsumiert die eigene Zielgruppe Content vornehmlich unterwegs?
  • Gehören unsere eigenen Buyer Personas zu den 15 Prozent der Podcast-Hörer in Deutschland?
  • Ist Audio das passende Format, um unsere Unternehmensbotschaften zu kommunizieren?
  • Verfügen wir über Mitarbeiter mit einer angenehmen Sprecherstimme, die zugleich unterhaltsam moderieren können?

Je mehr dieser Fragen sich mit „Ja“ beantworten lassen, desto sinnvoller ist die Produktion eines Podcasts.

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Fazit

Bei der Begeisterung rund um Podcasts ist etwas Vorsicht geboten. Zwar erleben sie derzeit ein Revival und Totgesagte leben bekanntermaßen länger. Auch sind die technischen Möglichkeiten und Verbreitungswege andere als beim Erlahmen dieses Formates vor etwas mehr als zehn Jahren.

Allerdings sollten Unternehmen fokussiert auf die tatsächlichen Konsumgewohnheiten ihrer Zielgruppe schauen, bevor sie sich an ein langfristiges Podcast-Projekt binden. Denn einfach nur alle paar Monate eine Audiodatei hochzuladen, genügt nicht. Das würde dem an sich spannenden Format Podcast nicht gerecht werden. Als regelmäßige Ergänzung im bestehenden Medienmix eignen sich Podcasts dagegen ideal, wenn es potenzielle Hörer gibt.

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Online-Redakteur

Carsten Christian ist studierter Journalist und Kommunikationswissenschaftler, seinen Master-Abschluss hat er an der Uni Hamburg gemacht. Bevor er zur Agentur kam, war der Digital Native mehr als zwei Jahre für die Online- und Print-Ausgabe der Ruhr Nachrichten im Einsatz. Bei OSK arbeitet er als Online- und Social-Media-Redakteur, auf dem Agentur-Blog schreibt Carsten über den Medienwandel und Trends im Bereich Mobile und (Online-)Video. Privat verfolgt er Neuigkeiten in der Videospiel- und Gaming-Szene, schaut gerne Let's-Plays auf YouTube und greift auch selbst zu Maus und Gamepad.

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