//Fake Follower loszuwerden, ist schwierig – so klappt es trotzdem

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Sprechen wir über falsche Follower: Was sind Fake Follower, sollte man sie loswerden – und geht das überhaupt?


So viel steht fest: Auf den sozialen Plattformen tummelt sich eine große Masse an Fake und Ghost Followern. Besonders bei Instagram sind Fake Follower ein Problem, weswegen wir uns in diesem Blog-Post auf Ghost Accounts bei Instagram konzentrieren. Damit gemeint sind Profile, die meistens nicht von echten Menschen, sondern von Bots, also automatisierten Computerprogrammen, betrieben werden. Diese Profile folgen einem Account zum Beispiel, weil der Betreiber sich aktiv dazu entschieden hat, Follower zu kaufen. Aber auch Instagram-Nutzer, die diese Option nie in Betracht gezogen haben, leiden darunter, dass sich immer wieder falsche Profile unter ihren Followern finden.

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Ist das denn überhaupt schlimm?

Früher spielte Instagram Bilder nach einem chronologischen Algorithmus aus. Das ist mittlerweile anders – beliebte Bilder haben eine größere Sichtbarkeit. Ein Rechenbeispiel: Habe ich auf Instagram 20.000 Follower, von denen 1.000 mit mir interagieren, habe ich ein Engagement von fünf Prozent. Fake und Ghost Follower erhöhen zwar die Nummer meiner Fans, steigern aber nicht meine Interaktionsrate und senken daher meine Sichtbarkeit. Achtung: Wer mit Bot-Programmen arbeitet, die automatisch mit Kommentaren auf bestimmte Hashtags reagieren, schafft vielleicht Aufmerksamkeit, regt aber nicht zu richtiger Interaktion an, da kaum jemand mit nervigen Spam-Kommentaren in Austausch treten möchte.

Was bedeutet das für Unternehmen, die mit Influencern arbeiten?

Nicht nur Fake Follower sind für Unternehmen ein Problem – sondern auch die Influencer, die sich ihre Community nicht ganz ehrlich, sondern mithilfe von Zukauf oder Bots aufgebaut haben. Hierbei handelt es sich nämlich eben nicht um eine echte Community, sondern lediglich um eine Armee aus Bot-Followern. Unternehmen aber müssen auf das gesunde Netzwerk ihres Kooperationspartners vertrauen können. Denn nur reale Nutzer können sich wirklich für das beworbene Produkt interessieren. Wie aber erkennt man Fake Influencer und was ist überhaupt eine gute Interaktionsrate? Das erklären wir euch hier im OSK Media Vlog.

 

Wie erkennt man einen Ghost Follower?

Wie ihr in unserem Video erfahrt, helfen bei der Suche Plattformen wie InfluencerDB oder Social Blade, die unter anderem Aussagen über die Wachstumsrate oder die Aktivität der Follower eines Profils geben. Für ausführliche Daten sind diese Profile kostenpflichtig. Wer kein Geld ausgeben möchte, sollte einen Blick in die Follower-Liste des untersuchten Profils werfen. Verdächtige Profile erkennt man schnell, wenn man sich folgende Fragen stellt: Wie vielen Accounts folgt das Profil? Wurden bereits eigene Bilder hochgeladen, was sagen Nutzername und Profilfoto aus? Hat ein User nur eine Handvoll von Followern, folgt selbst aber 5.000 Accounts, ohne je ein einziges Bild hochgeladen zu haben, handelt es sich wohl um einen Bot. Das Problem: Hat man nur einen kleinen, vielleicht privaten Account, ist das machbar – wie aber soll man das bei Tausenden von Followern schaffen?

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Und wie wird man Fake Follower nun wieder los?

Natürlich gibt es auch hier Apps, die Abhilfe versprechen. Diese heißen zum Beispiel „My Ghost Followers“, „Follower Cop“ oder „Follower Insight“ und ermöglichen es, Fake Accounts zu erkennen und mehrere gleichzeitig zu löschen. Leider sammeln Apps wie diese im AppStore aktuell noch viele negative Bewertungen. Ansonsten bleibt leider nur die manuelle Suche, um inaktive und offensichtliche Fake Accounts auszusortieren – und die Hoffnung, dass Instagram die Bots erkennt und löscht. Viele Accounts werden zudem von falschen Followern geflutet, ohne dafür etwas zu können, geschweige denn diese zu wollen. Wer die Zeit hat, blockt Fake Follower sofort. Präventiv hilft es zudem, sich ausgefallenere Hashtags auszudenken oder mit Verschlagwortung zu arbeiten, von der man weiß, dass sie die Community erreicht. Bots reagieren oftmals nämlich auf beliebte und viel genutzte Hashtags, die einem Account dann folgen, wenn ein Bild mit eben diesem Hashtag gepostet wurde. Stichwort #love. Seit Instagram seine API abgestellt hat, haben es ja auch Bots schwerer, weil Drittanbieter-Apps nur noch eingeschränkt nutzbar sind – vielleicht verschwinden so eines Tages dann auch die falschen Follower ganz von der Plattform.

Lohnt sich der Aufwand?

Es gibt keine offizielle Aussage von Instagram dazu, ob ein Account eine schlechte Sichtbarkeit hat, weil ihm viele Fake Follower folgen. Allerdings darf man hier wohl der logischen Schlussfolgerung glauben (siehe unser Rechenbeispiel oben), dass ein gesundes Netzwerk der eigenen Reichweite nur guttun kann. Zeitgleich kann man an dieser konsequent arbeiten: Indem man im regelmäßigen Austausch mit seiner Community steht, kommentiert, likt und guten Content postet; ehrlich und ohne voreingestellte Kommentar-Funktion über einen Bot. Denn darum geht es bei Instagram doch eigentlich.

 

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Online- und Social-Media-Editor

Katalina Präkelt hat Politik- und Europawissenschaften in Maastricht, Bologna sowie München studiert und sowohl im Journalismus als auch in der Unternehmenskommunikation gearbeitet. Bei OSK arbeitet Katalina im Online- und Social-Media-Team, auf dem Agenturblog schreibt sie über Medien, Apps und soziale Netzwerke. Wenn die Hamburgerin nicht am Schreibtisch sitzt, läuft sie Langstrecken und spielt Basketball.

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