//“Es reicht nicht mehr, nur ein Lautsprecher zu sein” – LaSharah Bunting zur Zukunft des Journalismus

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LaSharah Bunting - kleinSorgfalt, Kontext und Neutralität – obwohl LaSharah Bunting bei der New York Times für den digitalen Wandel zuständig ist, hält sie die klassisch-journalistischen Tugenden immer noch für die wichtigsten Kriterien ihrer Arbeit. Aber auch die beste Zeitung der Welt muss sich immer wieder neu erfinden.

LaSharah Bunting ist verantwortlich für die Erneuerung einer altehrwürdigen Institution. Als leitende Redakteurin der New York Times verantwortet sie die Digitalstrategie des Unternehmens und arbeitet an der Umgestaltung der Redaktion nach Maßgaben des digitalen Zeitalters.

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//“Unsere Zukunft liegt im Mobilen” – Martin Baron zur Zukunft des Journalismus

Martin Baron - swMobil oder gar nicht, lautet die Devise. „Wir produzieren nichts mehr für unsere Plattform, wenn es nicht auch im mobilen Netz funktioniert“, erklärt Martin „Marty“ Baron, Chefredakteur der Washington Post. Baron steuert die „Post“ seit 2013. Seitdem hat die Tageszeitung vier Pulitzer-Preise gewonnen – und angefangen, sich radikal zu wandeln: zunächst von Print zu Online, aktuell von Online zu Mobil. Im Interview spricht Martin Baron über schnelle Ladezeiten, den passiven Konsum von Medien und erklärt, warum wegfallende Finanzierungsmodelle nicht die einzige Herausforderung sind, vor der Qualitätsjournalismus heute steht.

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//“Erzählen wir Geschichten künftig über eine VR-Brille?” – Nikolaus Röttger zur Zukunft des Journalismus

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nikolaus roettger_2016_credit-petra-kleis-fur-wired_kleinDie Deutschen haben ein gespaltenes Verhältnis zur Technologie: Der technologische Fortschritt wird hierzulande skeptischer begutachtet als anderswo. In kaum einem anderen Land werden Themen wie Datensicherheit ähnlich kontrovers diskutiert. Und dennoch habe Technik unseren Alltag längst durchdrungen, sagt Nikolaus Röttger, Chefredakteur des deutschen Innovations- und Tech-Mediums WIRED: „Wir gehen auf die Datenschutz-Demo und suchen den Weg dorthin mit Google Maps. Wir machen uns Sorgen um die Spuren, die wir im Netz hinterlassen, tragen aber einen Fitness-Tracker.“ In diesem Spannungsfeld bewege sich der Technologie-Journalismus in Deutschland, erzählt Röttger im Gespräch mit OSK. Dort muss sich auch WIRED zurechtfinden.

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//“One-Way-Beschallung wird nie wieder funktionieren” – Ruth Fend zur Zukunft des Journalismus

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Ruth FendJe digitaler der Journalismus wird, desto stärker gibt der Nutzer den Ton an. Warum es dennoch fatal wäre, ihm blind hinterherzulaufen, erklärt Ruth Fend im Gespräch mit OSK. Nach einem Volontariat bei der Financial Times Deutschland hat Fend als Redakteurin und Korrespondentin für die FTD geschrieben. 2014 legte sie einen Zwischenstopp beim Wirtschaftsmagazin Capital ein, bevor sie im September 2014 die Redaktionsleitung der Business Punk übernahm. Im Juli 2016 wurde bekannt, dass sie ihren Posten zugunsten der Magazine Neon und Nido aufgeben würde – im September hat sie dort die Chefredaktion übernommen. Das Gespräch hat OSK mit ihr geführt, kurz nachdem der Wechsel angekündigt geworden war.

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//“Am Ende gewinnt immer die Plattform” – Dr. Holger Schmidt zur Zukunft des Journalismus

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Ursprünglich wollte Holger Schmidt über den Klimaschutz schreiben – immerhin hatte er eine Doktorarbeit dazu verfasst. Das Thema sei ihm jedoch schnell zu politisch und zu emotional geworden, erklärte der Ökonom und Wirtschaftsjournalist später in einem Interview mit t3n. Die Netzwelt habe ihm besser gefallen. Dort ist er heimisch geworden – und hat sich mittlerweile selbst zur Marke gemacht. „Man muss das Netz für sich nutzen“, erzählt er im Gespräch mit OSK, „sowohl für die Recherche als auch für die Vermarktung von Inhalten.“

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//“Der Leser ist viel bequemer geworden” – Anja Reschke zur Zukunft des Journalismus

© NDR/Thomas PritschetDagegen halten, Mund aufmachen: Als sie sich im August 2015 in den Tagesthemen die Wut über rechte Hetze im Internet vom Leib redete, wurde Anja Reschke selbst zur Nachricht. Hass-Schreibern müsse man Paroli bieten, sagte sie damals, rassistische Tiraden dürfe man nicht tolerieren. Reschke erntete viel Zuspruch in den sozialen Netzwerken – und ebenso viele Wutbriefe und Drohungen von denen, die sich angesprochen fühlten.

Der Kommentar brachte ihr nicht nur eine Nominierung für den Deutschen Fernsehpreis 2016 ein, sondern auch eine Auszeichnung zur Journalistin des Jahres 2015. „Ein komisches Gefühl“, sagte Reschke in ihrer Preisrede. Der Tumult um ihren Kommentar habe auch an ihrem Verständnis vom Journalismus gerüttelt: „Meine Rolle ist die einer Journalistin. Aber ich merke, dass mein Kompass durcheinandergerät – dass ich nicht mehr weiß, was das ist.“ Im Gespräch mit OSK thematisiert Reschke die gesellschaftliche Rolle des Journalismus: „Es gibt ein paar Dinge, über die sich eine Gesellschaft verständigen muss. Und dafür brauchen wir die Medien.“

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//“Artikel sind nicht mehr zeitgemäß” – Daniel Fiene zur Zukunft des Journalismus

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Daniel FieneMedien haben ihn schon immer fasziniert. Heute sind sie sein Beruf. Seit 2015 ist Daniel Fiene Head of Audience Engagement bei der Rheinischen Post. Nebenbei gibt er nicht nur inhouse Workshops bei der Rheinischen Post, sondern auch externe Fortbildungen, beispielsweise an der FFH Academy und der Landesanstalt für Medien NRW. Bereits 2001 ging er mit seinem ersten Blog online – kurz nachdem der Blog-Boom in den USA ausbrach. Auch heute bloggt er dort noch über Medienwandel, Social Media und Medienjournalismus. Im Interview mit OSK erklärt Daniel Fiene, warum Echtzeit und Empathie die wichtigen Treiber im Journalismus sind und weshalb der klassische Artikel nicht mehr zeitgemäß ist.

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//“Leser wollen nicht länger bevormundet werden” – Dima Khatib zur Zukunft des Journalismus

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Dima Khatib klein2Dima Khatib gilt als eine der am besten vernetzten Personen im Mittleren Osten – vor allem digital. Aufsehen erregte die Nachrichtenjournalistin, als sie 2011 auf Twitter über den Arabischen Frühling berichtete. In Echtzeit kommentierte sie das politische Geschehen rund um die Uhr. Auch heute vergeht kaum eine Stunde, in der Khatib nicht mit ihren 320.000 Twitter-Followern kommuniziert. Den Blick hebt sie dennoch gerne vom Smartphone: Die besten Geschichten kämen immer noch von der Straße, versichert Khatib im Gespräch mit OSK.

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//“Der Trend geht zur Nische” – Kelly Toughill zur Zukunft des Journalismus

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Kelly ToughillDie Idee kam ihr am Strand, kurz nachdem sie ihr erstes Studium abgeschlossen hatte und nicht wusste, was sie damit anfangen sollte: Sie wollte reisen, interessante Orte besuchen und ihren Freunden in Briefen davon erzählen. Um davon leben zu können, würde sie sich dem Journalismus zuwenden, beschloss Kelly Toughill, und schrieb sich kurzerhand für einen entsprechenden Studiengang an der San Francisco State University ein. Nach ihrem Abschluss heuerte sie bei der Fort Myers News Press in Florida an, bevor sie 1986 zum Toronto Star wechselte, der größten Tageszeitung Kanadas.

Zwanzig Jahre später verließ Toughill – mittlerweile stellvertretende Chefredakteurin des Toronto Star – das Tageszeitungsgeschäft, um sich der Ausbildung von jungen Journalisten am University of King’s College in Halifax zu widmen. Ihren Studenten bringt sie nicht nur das Schreiben näher, sondern auch journalistische Geschäftsmodelle. Deren Versagen würde vor allem die klassischen Massenmedien treffen, analysiert Toughill im Gespräch mit OSK. Ihre Prognose: Zeitungen oder Sender mit einer klar definierten Zielgruppe werden es in Zukunft leichter haben, Werbekunden zu finden.

Den kanadischen Zeitungsmarkt betrachtet Toughill indes mit Sorge. „Die Personen, die die wirklich zentralen Entscheidungen treffen, könnten alle an meinen Esstisch passen.“ Das gefährde die Meinungspluralität. Die ist der Professorin heilig – nicht zuletzt in ihren Social-Feeds, in denen auch Personen auftauchen, deren Ansichten sie nicht teilt. „Man sollte alle Meinungen kennen“, erklärt Toughill, „nicht nur die eigene.“
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//“Wir suchen Geschichten in Daten” – Ulrike Köppen zur Zukunft des Journalismus

© BR, Lisa HinderUlrike Köppen ist Teil einer noch relativ jungen Bewegung im Journalismus: dem Datenjournalismus. Sie leitet BR Data, das Daten- und Interaktivteam des Bayerischen Rundfunks/ARD. Das Team ist interdisziplinär zusammengesetzt aus Journalisten, Programmierern und Designern und widmet sich allen Formen des Datenjournalismus und interaktiven Storytellings.

Im Gespräch mit OSK erklärt Ulrike Köppen, warum Medienhäuser in ihrer Arbeit von Programmierern lernen können und wieso das Alte das Neue nicht verdrängen, sondern umarmen sollte.

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