//“Der Trend geht zur Nische” – Kelly Toughill zur Zukunft des Journalismus

Kelly Toughill Titel

Kelly ToughillDie Idee kam ihr am Strand, kurz nachdem sie ihr erstes Studium abgeschlossen hatte und nicht wusste, was sie damit anfangen sollte: Sie wollte reisen, interessante Orte besuchen und ihren Freunden in Briefen davon erzählen. Um davon leben zu können, würde sie sich dem Journalismus zuwenden, beschloss Kelly Toughill, und schrieb sich kurzerhand für einen entsprechenden Studiengang an der San Francisco State University ein. Nach ihrem Abschluss heuerte sie bei der Fort Myers News Press in Florida an, bevor sie 1986 zum Toronto Star wechselte, der größten Tageszeitung Kanadas.

Zwanzig Jahre später verließ Toughill – mittlerweile stellvertretende Chefredakteurin des Toronto Star – das Tageszeitungsgeschäft, um sich der Ausbildung von jungen Journalisten am University of King’s College in Halifax zu widmen. Ihren Studenten bringt sie nicht nur das Schreiben näher, sondern auch journalistische Geschäftsmodelle. Deren Versagen würde vor allem die klassischen Massenmedien treffen, analysiert Toughill im Gespräch mit OSK. Ihre Prognose: Zeitungen oder Sender mit einer klar definierten Zielgruppe werden es in Zukunft leichter haben, Werbekunden zu finden.

Den kanadischen Zeitungsmarkt betrachtet Toughill indes mit Sorge. „Die Personen, die die wirklich zentralen Entscheidungen treffen, könnten alle an meinen Esstisch passen.“ Das gefährde die Meinungspluralität. Die ist der Professorin heilig – nicht zuletzt in ihren Social-Feeds, in denen auch Personen auftauchen, deren Ansichten sie nicht teilt. „Man sollte alle Meinungen kennen“, erklärt Toughill, „nicht nur die eigene.“
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//KW 01 – CES 2016: globale Medienbühne mit wachsender Bedeutung

Liebe Leserinnen und Leser,

OSK Weekly ist zurück aus der Feiertagspause und versorgt Sie ab sofort wieder regelmäßig mit den wichtigsten Themen der Medienwelt und Digitalbranche.

Wir sind sehr gespannt, welche Themen, News und Trends uns 2016 beschäftigen werden. Zum Jahresauftakt lohnt traditionsgemäß ein Blick nach Las Vegas, wo die CES den ersten Messehöhepunkt des Jahres markiert. Die rasante Entwicklung und immense Bedeutung der CES erklärt Oliver Schrott in einem HORIZONT-Gastbeitrag. Doch bevor wir vollends mit Ihnen ins neue Jahr starten, gibt es noch eine kurze Rückschau auf 2015. Richard Gutjahr erklärt, welche Lehren Medienunternehmen aus dem vergangenen Jahr ziehen sollten.

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//“Das Problem sind die Bedingungen” – Ralf Heimann zur Zukunft des Journalismus

© Katrin HesseZehn Jahre lang war Ralf Heimann Lokaljournalist, dann zog er einen Strich darunter. Irgendwann, so erklärt er auf seinem Blog Operation Harakiri, habe er angefangen, darüber nachzudenken, wie es wäre, wenn er nicht mehr für die Zeitung arbeiten würde. Wenn sich in seinem Leben etwas ändern würde.

Auf seinem Blog schreibt Heimann über seinen Ausstieg aus dem Lokaljournalismus und über das, was im Journalismus seiner Meinung nach schiefläuft. Zur Zeitung kam er nach seinem VWL-Studium, relativ spät, mit 27 Jahren. Er machte ein Volontariat bei den Ruhr Nachrichten und war danach sieben Jahre lang Redakteur bei der Münsterschen Zeitung. Unter anderem löste er dort mit einem Tweet über einen Blumenkübel einen Internet-Hype aus. 2014 kündigte Heimann, um als freier Journalist und Autor zu arbeiten. Seit dem vergangenen Jahr arbeitet der 38-Jährige unter anderem für SPIEGEL ONLINE, das SZ-Magazin und Wired Germany. Über die Erlebnisse eines Reporters auf dem Land verfasste er das satirische Buch „Die tote Kuh kommt morgen rein“. Im September erscheint die Missgeschicke-Sammlung „Lepragruppe hat sich aufgelöst – Perlen des Lokaljournalismus“, die er zusammen mit Jörg Homering-Elsner herausgibt.

Im Interview erklärt Ralf Heimann, warum einer der wichtigsten Trends im Journalismus nur indirekt mit Technik zu tun hat und warum es für einige Medienhäuser wahrscheinlich keine Rettung geben wird.

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