//“Wir haben das Vertrauen der Leser verloren” – Nabil Wakim zur Zukunft des Journalismus

Nabil Wakim Titel

Nabil Wakim 400x400Identität. Das ist für Nabil Wakim der Kern des Journalismus. Denn um guten Journalismus anbieten zu können, müsse sich jedes Medium und jeder Journalist seiner eigenen Identität bewusst sein und diese in seiner Arbeitsweise verinnerlichen. Nur wer seine Identität gefunden habe, könne sich von der Konkurrenz absetzen.

Wakim ist Leiter Redaktionelle Innovation der französischen Traditionszeitung Le Monde. Er setzt neue Impulse, um das Medienhaus auf die Zukunft der Branche vorzubereiten. Die Aufgaben des Visionärs teilen sich dabei in drei Bereiche auf. Zum einen beschäftigt er sich damit, wie Le Monde den Content über verschiedene Kanäle verbreitet. Zu diesem Zweck wurden beispielsweise eigene Teams für Snapchat und Facebook Live gegründet.

Darüber hinaus ist Nabil Wakim für die Entwicklung neuer Inhalte verantwortlich. So war er vor zwei Jahren maßgeblich am Launch der Publikation Pixels beteiligt. Pixels thematisiert neue Technologien sowie die „Nerd-Kultur“ und spricht damit eine für Le Monde neue Zielgruppe an. Sein drittes Arbeitsfeld umfasst die interne Umstrukturierung des Newsrooms. „Innovation soll bei Le Monde vor allem von innen entstehen“, erklärt der Journalist. Um dieses Ziel zu erreichen, müssten die Organisation, die Arbeitsabläufe sowie die Entscheidungsfindung den neuen Rahmenbedingungen der Digitalisierung angepasst werden.

Im Interview erklärt Nabil Wakim, warum sich der Journalismus nicht von Daten treiben lassen darf, wieso er sich ein Werkzeug wünscht, welches das Vertrauen der Leser in den Journalismus wiederherstellt, und wie er die Identität von Le Monde beschreiben würde.

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