//KW 44 – Pinterest wird als Kommunikations-Plattform beliebter

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Liebe Leserinnen und Leser,

150 Millionen Menschen weltweit lassen sich jeden Monat auf Pinterest inspirieren. Das gab das Unternehmen Mitte Oktober auf seinem Blog bekannt. Laut einer aktuellen Verbraucherstudie zählt die digitale Pinnwand auch in Deutschland inzwischen zu den fünf beliebtesten Marken im Bereich Social Media und Websites. Auch große Konzerne haben die Plattform für sich entdeckt und nutzen Pinterest zunehmend für Kommunikationszwecke. Wie sie das machen, schauen wir uns diese Woche im Newsletter genauer an.

Viel Spaß beim Lesen!

Pinterest wird zu Unrecht unterschätzt

Pinterest tickt anders als Facebook und Co. Genau darin liege das enorme Potenzial der Plattform, glaubt Online-Marketing-Autor Anton Priebe. Jedoch bedürfe es einer besonderen Content-Strategie, um auf Pinterest erfolgreich zu sein. Der Tool-Anbieter Buffer hat Pinterest kürzlich genau unter die Lupe genommen und gibt mit seinen Ergebnissen konkrete Hilfestellung. Laut Analyse ist beispielsweise der Montag ideal zum Posten, da an diesem Wochentag besonders viel frischer Content hochgeladen wird und die User sehr aktiv sind. Bei den Bildtexten erhöhen Wörter wie „Make“ und „Easy” das Engagement und unterstreichen den Charakter der Plattform als kreativer Ideenlieferant und Lösungsanbieter.

Deutsche Marken setzen auf das Netzwerk

Laut Pinterest stammen zwei Drittel der Inhalte von Unternehmens-Websites und führen mitunter auf diese Weise direkt zum Kauf eines gezeigten Produkts. Die Vermarktungsstrategie der Promoted Pins steht bisher allerdings nur in den USA, Kanada und UK zur Verfügung. Promoted Pins sind quasi bezahlte Native-Ads, die einer größeren Zielgruppe angezeigt werden. Obwohl diese Art der Sponsored Posts in Deutschland noch nicht zur Verfügung steht, kann die Foto-Plattform ein hilfreiches Marketing-Tool sein. Otto und Maggi zeigen bereits, wie es geht. Sie bespielen ihre Unternehmens-Accounts mit Rezepten, Do-it-Yourself-Anleitungen und Verweisen auf ihre Webseiten. Pinterest wird so zu einem Teil des Kommunikations-Mix. Videos und Fotos werden gepinnt und auch bei YouTube, Facebook und Co. gepostet.

Neuer Service verbindet Marken und Influencer

Das neue Feature „Pin Collective“ soll Marken mit Pinterests kreativsten und reichweitenstärksten Influencern in Verbindung bringen. Indem die Plattform den Zugang zu ihren Top-Usern erleichtert, ebnet sie den Weg für Influencer Marketing – einem weiter wachsenden Megatrend, den Konkurrenten wie Snapchat und Instagram bereits für sich nutzen. „Pin Collective“ erleichtert es Unternehmen zudem, hochqualitativen Content zu erstellen. Jeder Marketer, unabhängig von Größe und Budget, kann Pinterest für Marketingzwecke einbinden.

Pinterest ist für alle Zielgruppen relevant

Auf Pinterest geht es nicht nur um Maniküre und Rezepte: Fox News räumt mit fünf Mythen auf und belegt, wieso Unternehmen auf die digitale Pinnwand setzen sollten. Demnach stimme es zwar, dass 62 Prozent der User weiblich sind, das verändere sich jedoch langsam. Die Plattform sei daher für alle Zielgruppen relevant. Auch müsse ein Unternehmen nicht zwangsläufig „high-visual“ sein, um auf Pinterest zu funktionieren. Banken könnten beispielsweise Tipps zum Geldsparen posten. Außerdem sei die Plattform ein besonders einfach zu bespielender Kanal, für den nicht ständig eigener Content erstellt werden müsse. Pinterest-User zählen nach Auffassung von Fox News zu den aktivsten Online-Shoppern – daher seien sie eine äußerst interessante Zielgruppe.

Die Plattform stellt drei neue „Promoted Pins“ vor

Um als Werbeplattform attraktiver zu werden, hat Pinterest für die USA, Kanada und UK drei neue Arten von „Promoted Pins“ vorgestellt. Bei den One-tap-Pins genügt, wie der Name schon sagt, ein Klick auf den Pin, und der User gelangt sofort zu dessen Ursprungsseite. So würden Nutzer einfacher Informationen über die Produkte finden – und sie schneller kaufen. Markiert sind diese Pins mit einem Bogen-Icon. Die neuen Video-Pins erlauben es, Videos ohne Umleitung auf eine andere Seite direkt auf Pinterest anzuschauen. Mit den App-Pins können User leichter etwas über Apps und App-Hersteller erfahren. Die Pins sind direkt mit dem App-Store verlinkt, sodass der Nutzer die Anwendung sofort herunterladen und nutzen kann. Wann diese Funktionen auch in anderen Ländern verfügbar sein werden, ist bisher nicht bekannt.


Pinterest bietet großes Potenzial für die Ansprache von Fans und neuen Zielgruppen. Das Netzwerk als News- oder Informationsplattform zu nutzen birgt jedoch durchaus Risiken. Wer kein konkretes Produkt anzubieten hat, das er auf Pinterest bildstark in Szene setzen kann, sollte zuerst eine gute Strategie erarbeiten und sich dabei ein paar Fragen beantworten: Welchen Mehrwert kann meine Marke den Nutzern bieten? Kann meine Expertise so platziert werden, dass sie sich organisch in die Pinterest-Umgebung einfügt? Denn Inhalte, die wie ein Fremdkörper wirken, können von Usern missinterpretiert werden: „Geht es wirklich um kreative Produkte und Tipps? Oder wird versucht, auf schnellem Weg an die Geldbeutel der Community zu gelangen?“ Unser Tipp daher: Unbedingt zuerst überlegen, ob die eigene Marke den Pinterest-Nutzern das liefern kann, wofür sie die Plattform besuchen.

Die Übersicht behalten: Mit OSK Weekly präsentieren wir einmal wöchentlich einen kompakten Überblick zu aktuellen Entwicklungen aus der Welt der Kommunikations- und Digitalbranche – mit spannenden, bemerkenswerten und wie wir finden teilenswerten Nachrichten aus den Bereichen PR, Marketing, Social Media & Co.

Dieser Artikel wurde vor mehr als einem Jahr veröffentlicht. Sein Inhalt ist möglicherweise nicht mehr aktuell.

Online-Redakteur

Carsten Christian ist studierter Journalist und Kommunikationswissenschaftler, seinen Master-Abschluss hat er an der Uni Hamburg gemacht. Bevor er zur Agentur kam, war der Digital Native mehr als zwei Jahre für die Online- und Print-Ausgabe der Ruhr Nachrichten im Einsatz. Bei OSK arbeitet er als Online und Social Media-Redakteur, auf dem Agentur-Blog schreibt Carsten über den Medienwandel und Trends im Bereich Mobile und (Online-)Video. Privat verfolgt er Neuigkeiten in der Videospiel- und Gaming-Szene, schaut gerne Let's-Plays auf YouTube und greift auch selbst zu Maus und Gamepad.

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