//Wie ein Auslandssemster auf internationales Teamwork vorbereitet

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Die Kommunikationslandschaft ist geprägt durch Vielfalt und die Interaktion zwischen Menschen unterschiedlichster Herkunft. Wo, wenn nicht in einem Auslandssemester, könnte man sich besser mit diesen beiden Themen auseinandersetzen?

Viele Studenten nehmen die Chance wahr, während ihrer Hochschulzeit Erfahrungen im Ausland zu sammeln. Dabei handelt es sich keineswegs um einen mehrmonatigen Urlaub. Austauschstudenten sehen sich zu Beginn ihres Aufenthalts häufig mit komplexen Herausforderungen konfrontiert. In diesem Artikel möchte ich Erfahrungen teilen, die ich während dieser Zeit gemacht habe und mir im Studium sowie Berufsalltag hilfreich waren.

Andere Kulturen, andere Sitten

Angefangen hat alles 2016, als ich mit einer Freundin fünf Wochen durch Mexiko gereist bin. Ich war so begeistert von der Kultur und Landschaft, dass mir schnell klar war: Nach Mexiko möchte ich zurückkehren! Da wir in unserem Studium im vierten Semester die Möglichkeit haben, für mehrere Monate ins Ausland zu gehen, konnte ich mir diesen Wunsch erfüllen. Ich entschied mich für eine private Universität in Puebla, südöstlich von Mexiko-Stadt.

Die Sprachbarriere bereitete mir zu Beginn Probleme. Der Zeitunterschied und die Überforderung durch unzählige neue Eindrücke machten den Start nicht einfacher.

Im Studium selbst haben wir oft in Gruppen gearbeitet, die aus Studenten verschiedener Nationen zusammengesetzt waren. Insgesamt eine schöne Erfahrung, da ich so schnell neue Kontakte knüpfte und mein Spanisch verbessern konnte. Auf der anderen Seite gab es jedoch auch Hürden. Meiner Erfahrung nach haben Menschen unterschiedlicher Herkunft andere Herangehensweisen an Aufgaben und Studienleistungen. Damit meine ich keinesfalls besser oder schlechter, lediglich mit einem anderen Lösungsansatz. Damals musste ich mich erst daran gewöhnen: Wenn unsere Gruppe meiner Meinung nach zu langsam arbeitete und ich versuchte, Prozesse zu beschleunigen, kam der Vorwurf, zu viel Druck auszuüben. Eine wertvolle Erfahrung, die mir dabei half, mich auf andere Sichtweisen einzulassen.

// Über den Artikel

In einer Kooperation mit dem PRSH. e.V veröffentlichen Studenten des Fachs “Public Relations” an der Hochschule Hannover regelmäßig Artikel auf dem OSK Blog. Der Nachwuchs bildet die Kommunikationsprofis von Morgen, weswegen wir uns schon heute ihre Meinung zu Branchenentwicklungen, der Ausbildung und Kommunikations-Trends anhören.

Erkenntnisse für das weitere Studium und den späteren Beruf

Nach dieser Eingewöhnungszeit fiel mir der Studienalltag deutlich leichter und das Gefühl der Überforderung verschwand. Die Sorgen, die ich anfangs mit nach Mexiko brachte, waren im Nachhinein betrachtet unbegründet. Ich habe gelernt, nicht von vornherein alles negativ zu sehen und zu akzeptieren, dass es seine Zeit braucht, bis man sich einer neuen Umgebung anpasst. Das Gleiche gilt für neue Freunde beziehungsweise Arbeitskollegen. Natürlich wäre es die einfachste Lösung gewesen, mich zunächst mit Deutschen anzufreunden, aber ich ging nach Mexiko, um sowohl mein Spanisch und Englisch zu vertiefen als auch Neues zu lernen und offen Herausforderungen anzunehmen.

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Nach meinem Auslandsaufenthalt habe ich mich gefragt, warum sich Studenten nicht immer trauen, mit fremden Kommilitonen zusammenzuarbeiten. Natürlich kostet es Überwindung, diesen Schritt zu gehen, aber letztendlich ist er nur nützlich: Im späteren Berufsalltag trifft man oft auf neue Kollegen, Dienstleister oder Kunden. Und ob man will oder nicht, manchmal kann man sich sein Gegenüber eben nicht aussuchen. Je früher man also damit anfängt, sich auf fremde Menschen einzulassen, desto eher ist man an diese Situation im späteren Berufsleben gewöhnt.

Im Ausland war ich dankbar, so viele neue Bekanntschaften knüpfen zu können. Ohne Frage ist es in der Kommunikationsbranche von Vorteil, ein breites Kontaktnetzwerk zu besitzen und dieses nutzen zu können. Zudem trägt diese Erfahrung zur Charakterbildung bei, seine eigene Komfortzone zu verlassen und so seinen Horizont zu erweitern.

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Darüber hinaus ist eine gute Zusammenarbeit ein wichtiger Faktor für den Erfolg eines Auftrags. Ich habe gelernt, dass Meinungen manchmal so weit auseinanderdriften, dass eine Zusammenarbeit zunächst schwerfällt. In solchen Momenten darf man selbst nicht sofort aufgeben und verzweifeln. Vielmehr sollte man Ruhe bewahren, sich der Herausforderung stellen, gründlich nachdenken, inwiefern sich das Problem lösen lässt, und demnach handeln. Denn das Ziel des bestmöglichen Projektausgangs sollte jederzeit im Fokus stehen.

Fazit

Übertragen auf die Kommunikationsbranche, klingen diese Erfahrungen vielleicht banal, aber letztendlich sind sie elementar für die Entstehung einer guten Kommunikation und internationalen Zusammenarbeit. Die PR ist ein Gebiet, in dem jeden Tag neue Herausforderungen, Kulturen sowie unterschiedliche Charaktere auf uns warten, und gerade diese Facetten machen die Arbeit so spannend. Scheut euch also nicht, wenn euch eine neue Kooperation erwartet. Genießt diese Erfahrung und lernt daraus für die Zukunft. Ich habe für mich erkannt, dass es wichtig ist, sich auf fremde Sichtweisen einzulassen, selbst wenn man denkt, dass der eigene Weg zum Ziel der bessere wäre. Hätte ich mein ursprüngliches Verhalten nicht angepasst, wären mein Zeugnis sowie das Auslandssemester wahrscheinlich nicht annähernd so positiv geworden.

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Über die Autorin

Indra Bruse ist 25 Jahre alt und kommt gerade aus dem Auslandssemester zurück. Sie studiert im vierten Semester PR an der Hochschule Hannover, ist aktives Mitglied im PRSH, macht zurzeit ein Praktikum in einer Hamburger PR-Agentur und unterstützt das PR-Office der Abteilung Medien und Design der Hochschule.

Alle weiteren PRSH-Gastartikel gibt es hier.

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