//“Zu viele Copycats ohne Mehrwert” – Thomas Lückerath zur Zukunft des Journalismus

Thomas Lückerath Titel

Thomas Lückerath swThomas Lückerath ist Geschäftsführer und Chefredakteur des Medienmagazins DWDL.de, das er bereits im November 2001 gründete – noch während seiner Schulzeit. Er arbeitete einige Jahre bei NBC GIGA und RP Online, bis er 2006 sein Medienmagazin hauptberuflich ausbaute. Bis heute hat das Team die Berichterstattung rund um das internationale TV-Geschäft und den jüngsten Serien-Kult deutlich erweitert, berichtet seit 2011 zum Beispiel jedes Jahr als einziges deutsches Medium von den LA Screenings und Primetime Emmys in Los Angeles. Nur ein Aspekt, mit dem sich DWDL sein Renommee bei deutschen und internationalen TV-Machern und Branchenprofis erworben hat.

Für seinen Gründungsmut und Durchhaltewillen wurde Thomas Lückerath 2014 mit dem Bert-Donnepp-Preis der Freunde des Adolf-Grimme Instituts ausgezeichnet. Die Jury lobte die „kontinuierliche kritische Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Funktion der Medien. Aus ,irgendwas mit Medien‘ ist einer der meistbeachteten wie nachhaltigsten Mediendienste geworden.“ Neben seiner Chefredakteurstätigkeit tritt der 35-Jährige regelmäßig als Sprecher oder Moderator auf wichtigen Konferenzen auf. Außerdem ist er Mitglied in der Jury des Adolf-Grimme-Preises (Bereich Unterhaltung).

Thomas Lückerath war es von Beginn an wichtig, in die Qualität der Inhalte zu investieren, um sich darüber und nicht allein über die Reichweite zu definieren. Aus seiner Sicht eine Investition, die sich positiv auf das Werbeumfeld für DWDL auswirkt. Das Magazin zählt heute zu den erfolgreichsten Mediendiensten in Deutschland mit zuletzt 700.000 Unique Usern im Monat. Aktuell hat das Angebot 13 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, 7 am Hauptsitz in Köln, einen in Wien sowie mehrere freie Korrespondenten unter anderem in Hamburg und Berlin.

Über sich selbst sagt der 35-Jährige: Hatte schon viereckige Augen, bevor es Binge Watching gab. Liebt Serien, das Formatgeschäft und das internationale TV-Business. Ist mehr unterwegs als am Schreibtisch.

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//“Betteln ist kein Geschäftsmodell” – Philipp Welte zur Zukunft des Journalismus

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Philipp Welte klein„Publishing 3.0“ nennt Philipp Welte die Ära, in der sich der Journalismus derzeit befindet. In dieser Epoche fragmentiert sich die Mediennutzung und wird zu einer „Mikro-Welt“ der Nischeninhalte, erklärt Welte, der beim Burda-Verlag als Vorstand für den Bereich der nationalen Medienmarken zuständig ist. Diese Individualität sei notwendig, da Leser eine wachsende Sehnsucht nach Inhalten empfänden, die ihren persönlichen Lebenswelten entsprängen und ihre Interessen befriedigten.

Der gelernte Journalist ist seit 2009 im Vorstand von Hubert Burda Media. Unter seiner Verantwortung werden jedes Jahr über 320 Millionen Zeitschriften verkauft. Zudem ist er dafür zuständig, die nationalen Medienmarken des Verlags auf die digitale Zukunft vorzubereiten. Philipp Weltes ursprüngliche Wurzeln sind tief im Traditionsmedium Print verankert. Er absolvierte sein Volontariat bei der Südwest Presse und kam 1994 als stellvertretender Pressesprecher zu Hubert Burda Media.

Während seiner Zeit in der Geschäftsführung des Bunte Entertainment Verlags wurde die Bunte zum größten People-Magazin Europas. Von der Zukunft des Mediums Print ist der Medienexperte nach wie vor aus tiefstem Herzen überzeugt. Gleichzeitig weiß Philipp Welte um die Möglichkeiten neuer Kommunikationskanäle. Der Puls der digitalen Evolution schlägt in seiner Brust. In einem Interview mit der ZEIT sagte er einmal: „Sitzen ist das neue Rauchen. Es macht mich unruhig. (…) Wenn Menschen sitzen, kommen sie zur Ruhe. Aber die Zeit, in der wir leben, passt gar nicht dazu.“

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//“Alles wird sich um Video drehen” – Cory Haik zur Zukunft des Journalismus

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Cory Haik swGute Inhalte reichen nicht aus, um Leser in der digitalen Welt an sich zu binden. Das Nutzererlebnis müsse stimmen, erklärt Cory Haik, Chefstrategin für Mic und damit verantwortlich für die redaktionelle und unternehmerische Ausrichtung des Online-Portals. Im OSK-Interview zur Zukunft des Journalismus geht Haik darauf ein, wie Medien ihre Inhalte zielgruppengerecht aufbereiten müssen, und erklärt, wie Mic das Lesevergnügen seiner Nutzer misst.

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//“Text wird weiterleben” – Daisuke Furuta zur Zukunft des Journalismus

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Daisuke Furuta -JTsuboike swQualität und die richtige Strategie – diese zwei Dinge hält Daisuke Furuta für unabdingbar, um Inhalte möglichst weit zu verbreiten. Gleichzeitig brauchten Verlage aber auch den Mut, sich auf technologische Neuigkeiten einzulassen, erklärt der Gründungs-Chefredakteur von BuzzFeed Japan. Im Gespräch erzählt Furuta, wie sich BuzzFeed an neue Social-Media-Plattformen herantastet und warum sich die Finanzierung des Journalismus erst einmal nicht grundlegend verändern wird.

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//“Wir haben das Vertrauen der Leser verloren” – Nabil Wakim zur Zukunft des Journalismus

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Nabil Wakim 400x400Identität. Das ist für Nabil Wakim der Kern des Journalismus. Denn um guten Journalismus anbieten zu können, müsse sich jedes Medium und jeder Journalist seiner eigenen Identität bewusst sein und diese in seiner Arbeitsweise verinnerlichen. Nur wer seine Identität gefunden habe, könne sich von der Konkurrenz absetzen.

Wakim ist Leiter Redaktionelle Innovation der französischen Traditionszeitung Le Monde. Er setzt neue Impulse, um das Medienhaus auf die Zukunft der Branche vorzubereiten. Die Aufgaben des Visionärs teilen sich dabei in drei Bereiche auf. Zum einen beschäftigt er sich damit, wie Le Monde den Content über verschiedene Kanäle verbreitet. Zu diesem Zweck wurden beispielsweise eigene Teams für Snapchat und Facebook Live gegründet.

Darüber hinaus ist Nabil Wakim für die Entwicklung neuer Inhalte verantwortlich. So war er vor zwei Jahren maßgeblich am Launch der Publikation Pixels beteiligt. Pixels thematisiert neue Technologien sowie die „Nerd-Kultur“ und spricht damit eine für Le Monde neue Zielgruppe an. Sein drittes Arbeitsfeld umfasst die interne Umstrukturierung des Newsrooms. „Innovation soll bei Le Monde vor allem von innen entstehen“, erklärt der Journalist. Um dieses Ziel zu erreichen, müssten die Organisation, die Arbeitsabläufe sowie die Entscheidungsfindung den neuen Rahmenbedingungen der Digitalisierung angepasst werden.

Im Interview erklärt Nabil Wakim, warum sich der Journalismus nicht von Daten treiben lassen darf, wieso er sich ein Werkzeug wünscht, welches das Vertrauen der Leser in den Journalismus wiederherstellt, und wie er die Identität von Le Monde beschreiben würde.

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//“Print ist der am meisten unterschätzte Medienkanal” – Vasily Gatov zur Zukunft des Journalismus

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Vasily GatovWer es bisher noch nicht registrierte, weiß es spätestens seit dem Sieg der amerikanischen Präsidentschaftswahl und dem massiven Twitter-Einsatz von Donald Trump: Die sozialen Netzwerke krempeln den Nachrichtenmarkt massiv um. Und das nicht nur in den USA: Wir haben mit Vasily Gatov, Vorstandsmitglied der World Association of Newspapers and News Publishers WAN-IFRA, über die neuen, weltweiten Anforderungen für Journalisten gesprochen.

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//“Es reicht nicht mehr, nur ein Lautsprecher zu sein” – LaSharah Bunting zur Zukunft des Journalismus

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LaSharah Bunting - kleinSorgfalt, Kontext und Neutralität – obwohl LaSharah Bunting bei der New York Times für den digitalen Wandel zuständig ist, hält sie die klassisch-journalistischen Tugenden immer noch für die wichtigsten Kriterien ihrer Arbeit. Aber auch die beste Zeitung der Welt muss sich immer wieder neu erfinden.

LaSharah Bunting ist verantwortlich für die Erneuerung einer altehrwürdigen Institution. Als leitende Redakteurin der New York Times verantwortet sie die Digitalstrategie des Unternehmens und arbeitet an der Umgestaltung der Redaktion nach Maßgaben des digitalen Zeitalters.

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//“Unsere Zukunft liegt im Mobilen” – Martin Baron zur Zukunft des Journalismus

Martin Baron - swMobil oder gar nicht, lautet die Devise. „Wir produzieren nichts mehr für unsere Plattform, wenn es nicht auch im mobilen Netz funktioniert“, erklärt Martin „Marty“ Baron, Chefredakteur der Washington Post. Baron steuert die „Post“ seit 2013. Seitdem hat die Tageszeitung vier Pulitzer-Preise gewonnen – und angefangen, sich radikal zu wandeln: zunächst von Print zu Online, aktuell von Online zu Mobil. Im Interview spricht Martin Baron über schnelle Ladezeiten, den passiven Konsum von Medien und erklärt, warum wegfallende Finanzierungsmodelle nicht die einzige Herausforderung sind, vor der Qualitätsjournalismus heute steht.

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//“Erzählen wir Geschichten künftig über eine VR-Brille?” – Nikolaus Röttger zur Zukunft des Journalismus

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nikolaus roettger_2016_credit-petra-kleis-fur-wired_kleinDie Deutschen haben ein gespaltenes Verhältnis zur Technologie: Der technologische Fortschritt wird hierzulande skeptischer begutachtet als anderswo. In kaum einem anderen Land werden Themen wie Datensicherheit ähnlich kontrovers diskutiert. Und dennoch habe Technik unseren Alltag längst durchdrungen, sagt Nikolaus Röttger, Chefredakteur des deutschen Innovations- und Tech-Mediums WIRED: „Wir gehen auf die Datenschutz-Demo und suchen den Weg dorthin mit Google Maps. Wir machen uns Sorgen um die Spuren, die wir im Netz hinterlassen, tragen aber einen Fitness-Tracker.“ In diesem Spannungsfeld bewege sich der Technologie-Journalismus in Deutschland, erzählt Röttger im Gespräch mit OSK. Dort muss sich auch WIRED zurechtfinden.

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//“One-Way-Beschallung wird nie wieder funktionieren” – Ruth Fend zur Zukunft des Journalismus

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Ruth FendJe digitaler der Journalismus wird, desto stärker gibt der Nutzer den Ton an. Warum es dennoch fatal wäre, ihm blind hinterherzulaufen, erklärt Ruth Fend im Gespräch mit OSK. Nach einem Volontariat bei der Financial Times Deutschland hat Fend als Redakteurin und Korrespondentin für die FTD geschrieben. 2014 legte sie einen Zwischenstopp beim Wirtschaftsmagazin Capital ein, bevor sie im September 2014 die Redaktionsleitung der Business Punk übernahm. Im Juli 2016 wurde bekannt, dass sie ihren Posten zugunsten der Magazine Neon und Nido aufgeben würde – im September hat sie dort die Chefredaktion übernommen. Das Gespräch hat OSK mit ihr geführt, kurz nachdem der Wechsel angekündigt geworden war.

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