//WeChat-Experte Matthew Brennan: “Die ganze Welt kann von Chinas Tech Business lernen”

WeChat Matthew Brennan Titel

Matthew Brennan „WeChat ist mittlerweile eine kleine Parallelwelt“, sagt Tech-Business-Experte Matthew Brennan über den chinesischen Kurznachrichtendienst, den monatlich über eine Milliarde Menschen nutzen – Tendenz steigend. Auch hierzulande sprechen alle über WeChat. Was den Kurznachrichtendienst so erfolgreich – und auch für europäische Firmen wichtig – macht, erläutern wir im Gespräch mit Matthew Brennan, Referent und Autor, der sich auf chinesische Tech-Themen konzentriert hat.

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//Apps in China – wohin sich Chinas Techwelt entwickeln könnte

Apps in China

Chinas digitales Ökosystem wird in den kommenden Jahren Innovationstreiber und Vorreiter in vielen Bereichen sein. Die Nutzer in China sind jung, aufgeschlossen und haben eine hohe Zahlungsbereitschaft für Onlinedienste. Anfang dieses Jahres haben chinesische Start-ups zum ersten Mal mehr Wagniskapital eingesammelt als neu gegründete Firmen in den USA im gleichen Zeitraum. 2018 waren allein in den vier größten Start-up-Zentren des Landes, Peking, Hangzhou, Shanghai und Shenzhen, 123 Unicorns angesiedelt. Jungfirmen, die mit über einer Milliarde Dollar bewertet werden.

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//Apps in China – der Expansionskurs ins Ausland

Apps in China - Expansion

Auch wenn die drei führenden Techfirmen Baidu, Alibaba und Tencent (kurz BAT) mit einer gemeinsamen Bewertung von über einer Billion Dollar inzwischen in der Liga von Facebook, Amazon, Netflix und Google spielen (FANG), fällt es den Firmen schwer, ihren Erfolgskurs im Ausland fortzusetzen.

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//Apps in China – Gaming: streng regulierter Markt mit hohem Potenzial

Apps in China - Gaming

Die Zahlen sind beeindruckend: 422 Millionen meist junge Menschen mit steigender Kaufkraft spielen in China Computerspiele. Laut des Marktforschungsunternehmens Jiguang sind zwei Drittel der Spieler jünger als 29 Jahre. Der Gesamtumsatz der Branche in China lag 2018 bei 37,9 Milliarden Dollar – in keinem Land setzt die Spieleindustrie mehr um. Deutschland liegt mit 4,7 Milliarden Dollar auf Platz vier. Über 60 Prozent des Gesamtumsatzes werden in der Branche mit Spielen fürs Smartphone erwirtschaftet und damit rund 23 Milliarden Dollar. 573 Millionen Menschen nutzen ihr Smartphone zum Spielen.

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//Apps in China – Livestreaming: Warum Bananenessen im chinesischen Netz verboten ist

Apps in China 4

Einer fremden Frau beim Essen von Fertignudeln zuschauen und dafür Geld zahlen? In China Alltag. Einer der erfolgreichsten jüngeren Trends in der digitalen Welt Chinas sind die Livestreaming-Plattformen, die Facebook als Vorbild für seine Funktion Facebook Live dienten. Über 422 Millionen Menschen nutzen die Apps und schauen Videobloggern zu, wie sie in der Metro zur Arbeit fahren, wie sie im Fitnessstudio trainieren oder kochen. Einige Livestreaming-Stars singen, tanzen oder chatten nur mit ihren Zuschauern. Keine Idee, die zu kurios wäre. Als 2016 der Trend aufkam, Bananen im Livestream zu essen, verbot die Regierung das „verführerische Essen von Bananen“ kurzerhand – es schien ihnen zu lasziv.

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//KW 48 – Chinas Tech-Giganten fordern das Silicon Valley heraus

Digital-Szene in China - OSK Weekly

Liebe Leserinnen und Leser,

mit über 800 Millionen Internetnutzern ist China weltweit einer der größten Digital- und Social-Media-Märkte. Doch Tech-Größen wie Facebook, Twitter und Amazon ist er bisher größtenteils verschlossen geblieben. Daher ist in der Volksrepublik, wenig beachtet von der westlichen Welt, eine eigene Tech-Landschaft entstanden. Weibo, QZone, QQ und allen voran WeChat heißen die chinesischen Alternativen, welche oft innovativer, funktionaler und stärker an Nutzervorlieben ausgerichtet sind als die US-Konkurrenz. Dennoch sind die Dienste in westlichen Ländern bisher kaum bekannt. Im aktuellen OSK Weekly beschäftigen wir uns daher mit der Digital-Szene in China und stellen einige der Entwicklungen, Trends und Phänomene vor.

Viel Spaß beim Lesen!

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//Apps in China – wie WeChat und Co zum Browser der digitalen Welt werden

Apps in China 2

Eine Festnetznummer? Das ist in China nicht nur ein Relikt aus alten Zeiten. Kaum jemand hat je einen Festnetzanschluss besessen. Das Smartphone ist für viele Nutzer das erste Telefon, aber auch ihr erster Rechner und Laptop. Leapfrogging, also Hüpfen wie ein Frosch, nennt man das Phänomen, bei dem Nachzügler Technologien überspringen und sich direkt an die Spitze neuer Entwicklungen setzen. In China ist genau das in vielen digitalen Bereichen passiert. Die wenige Zoll großen Handys sind für Nutzer meist das erste und wichtigste Tor zur digitalen Welt. Beschleunigt haben diesen Trend die Alleskönner-Apps, die ihre Dienste zu eigenständigen Ökosystemen ausgebaut haben. Pionier und Vorbild dieses Trends:

WeChat von Tencent

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//Apps in China – neue Serie mit Überblick zum Silicon Valley 2.0

Apps in China

In wenigen Jahren ist in China ein digitales Ökosystem der Superlative entstanden. In keinen Markt der Welt wird mehr Wagniskapital gepumpt. Die drei führenden Tech-Firmen Baidu, Alibaba und Tencent (kurz BAT) spielen mit einer Gesamtbewertung von über einer Billion Dollar inzwischen in der Liga von Facebook, Amazon, Netflix und Google. Nirgendwo schießen zudem mehr Jungunternehmen aus dem Boden. In einer siebenteiligen Serie erklären wir, wer die entscheidenden Köpfe in der Industrie sind, welche Unternehmen Kommunikationsprofis kennen sollten und wieso die Zukunft des Internets in China schon Realität ist.

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//Erfolg auf WeChat – zwei Marken zeigen, wie es geht

Titel für Blogbeitrag3 - WeChat

WhatsApp ist für Freunde da! Vereinzelt vielleicht für Arbeitskollegen. Einige User haben sich bereits Whats-App-Newsletter von Marken eingetragen. Insgesamt zögert der Durchschnitts-Europäer aber noch, Unternehmen in seine private Kommunikation einzubinden. Bei WeChat gehört das bereits zum Alltag: Marken kommunizieren mit Kunden direkt in einer Messenger-Umgebung. Logisch, dass sich daraus Kommunikations-Chancen ergeben.

Aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken

Unternehmen haben WeChats zentrale Rolle für China als Kommunikationskanal erkannt und nutzen den Dienst, um ihre Botschaften zu den Kunden zu bringen. Eine der bekanntesten internationalen Firmen, welche die App bereits lange und ausgiebig im B2C-Bereich verwendet, ist Nike. Seit mehreren Jahren tummelt sich der Sportartikel-Gigant mit verschiedenen Kampagnen auf dem Messenger.

Screenshot: WeChat-Account Nike
 

Als die Community rund um Sport auf WeChat wuchs, nutzte Nike die Chance und baute seine Unternehmenspräsenz aus. Wer Nike folgt, erhält Zugang zu Sporttipps, Events, Laufrouten, Trainingsplänen und mehr. Durch Fitness-Kampagnen liefert Nike Mehrwert und bindet die Zielgruppe an sich.

Ein integrierter Schuhguide sorgt für die perfekte Platzierung der eigenen Kollektion. Spannend ist auch der Customizer: User fotografieren ein beliebiges Motiv, folgen Nike, senden das Bild an den Firmen-Account und können unverzüglich ihre eigene Schuhkreation mit den Kontrastfarben der aufgenommenen Bilder kaufen sowie liefern lassen. Kurze Wege, Interaktion, Individualisierung: Damit wird die App zu einem wichtigen Verkaufskanal des Herstellers.

Screenshot: WeChat-Account Nike
 

WeChat eignet sich nicht nur dazu, über die Abonnenten-Accounts die eigene Marke zu stärken und Kunden zu binden – viele Unternehmen verfügen über Service-Accounts, über die sie mit Käufern, Herstellern und Nutzern in Kontakt stehen.

Einfach und bequem shoppen

Dass die Nutzung des Dienstes auch in anderen Branchen als Lifestyle funktioniert, zeigt Walmart: Mithilfe von WeChat Pay bezahlen Kunden in China bargeldlos an Walmart-Kassen. Chinesische User profitieren von Rabatten, wenn sie bei Walmart via WeChat einkaufen. Über den Service-Account erstellen sie eine Einkaufsliste oder speichern Coupons. Weiterhin bietet Walmart in enger Kooperation mit der App eine E-Card mit Guthaben an, die Kunden an ihre Freunde schicken  können.

Screenshot: WeChat-Account Walmart
 

Deutsche Firmen erkennen den Trend

Auch deutsche Unternehmen haben verstanden, dass WeChat unumgänglich für den Markenerfolg in China ist. So pflegen Siemens und Bayer seit geraumer Zeit Accounts. Die Unternehmen agieren weltweit, haben Tochterfirmen und Gesellschaften im asiatischen Raum. Dort bietet der Messenger eine einfache Lösung, um möglichst viele Menschen zu erreichen. Viele Brands passen sich daran an, dass Menschen zunehmend via Messenger kommunizieren. WeChat bietet daher die optimale Schnittstelle, um Nutzer abzuholen und ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen. Kampagnen erreichen so potenzielle Kunden und Unternehmen stehen in direktem Kontakt zur Zielgruppe.

Moderne Kundenbindung

Für WeChat werden bis 2020 über 5,8 Milliarden US-Dollar Umsatz prognostiziert. Experten sagen WhatsApp für den gleichen Zeitraum einen zu erwartenden Umsatz in Höhe von 4,8 Milliarden US-Dollar voraus, sobald der Messenger eine Monetarisierung gestartet hat. Die Zahlen veranschaulichen, wie viel Marktmacht WeChat besitzt.

Nike, Walmart und einige deutsche Akteure haben diese Potenziale erkannt und wissen sie für sich zu nutzen. Dabei geht es vornehmlich um Positionierung der Marke, Kundenbindung und Umsatzsteigerung.