//Aus der Tiefe des Netzraumes: die re:publica 2019

Moby Dick bei der re:publicaDie 13. re:publica, Europas größte Konferenz für digitale Gesellschaft, fand vom 6. bis zum 8. Mai wieder in Berlin statt. Das Motto „tl;dr“ (Internet-Slang für too long; didn’t read) war dabei mit einem Augenzwinkern zu verstehen – schließlich war die Veranstaltung dieses Jahr „der Langform gewidmet, der tief greifenden journalistischen Recherche und den Fußnoten“. Ein überdimensionaler Ausdruck von „Moby Dick“ quer durch das Festivalgelände visualisierte dies eindrucksvoll – Pottwale wurden nach Aussage der Organisatoren aber nicht verletzt.

Lucas Florian, Head of Strategy bei OSK Berlin und seit dem Umzug der #rp zur STATION Berlin Konferenz-Besucher und -Speaker, ist tief in die diesjährigen Themen eingetaucht. Hier fasst er seine Highlights der Digitalkonferenz zusammen.

Jugend, forsch

Klare Forderungen, Einmischung und ein komplettes Fehlen jeglicher „Wird-schon-alles-gut-werden“-Romantik: Die heimlichen Stars der re:publica waren „junge Wilde“ wie die deutsche Fridays-for-Future-Repräsentantin Luisa Neubauer. Beeindruckend war es zu sehen, wie klar und zielgerichtet Organisation und Kommunikation einer jungen, aber schon riesigen Bewegung funktionieren, die komplett selbstverständlich über digitale Netzwerke verbunden ist. Gut dazu passte, dass die Teenager-Konferenz „TINCON“ dieses Jahr erstmalig innerhalb der re:publica stattfand. Mit Bildungsangeboten oder einer „Messe für Berufswelten der Zukunft“ gab es eine Menge Anreize für junge Leute – die mittlerweile zwölfjährige #rp arbeitet aktiv daran, den Altersschnitt niedrig zu halten.

Zocker, erwachsen

Beim hochinteressanten Talk „What’s in a Game?“ ging es um Software Engines aus dem Gaming-Bereich und ihre Bedeutung für Industrie, Film und Cross-Reality-Formate. Die Grafiksoftware hinter Spielen wie „Fortnite“ ist mittlerweile hochperformant und schnell – sie auch in Architektur oder Industriedesign einzusetzen, ist naheliegend. Anwendungsfälle wie zum Beispiel beim „Location Scouting“ im Film sind da überraschender – dass es vor einem aufwendigen und teuren Drehtag für „Game of Thrones“ Sinn macht, erst einmal durch ein virtuelles Abbild der Location Drachen fliegen und Belagerungsgeräte fahren zu lassen, leuchtet nach etwas Überlegung aber auch ein.

Die Gaming-Industrie hat jedenfalls längst die Kinderzimmer verlassen. Besonders deutlich wird das an den fotorealistischen Welten, die die Game Engine mittlerweile in Echtzeit auf VR-Brillen oder Screens zaubern kann. Zweifelsohne haben Technologien viel Zukunftspotenzial, die Zuschauer im Handumdrehen an das andere Ende der Welt, in eine komplett fiktive Fantasielandschaft oder auf einen fremden Planeten reisen zu lassen – nicht zuletzt am Beispiel des schönen Erlebnisses „Field Trip to Mars“ wird das eindrucksvoll deutlich.

Sprache, horcht

Im Truck des Lab1886, den er liebevoll mit den Worten „Wir sind hier in der Nerd Box“ vorstellte, präsentierte Alex Dogariu von Daimler die neuesten Entwicklungen im Bereich Voice UI. Dass bis 2020 mehr als die Hälfte der Suchanfragen durch Sprache ausgelöst werden, hatte sich seit geraumer Zeit herumgesprochen und für mächtig Wirbel im Silicon Valley gesorgt.

Perfekt zur re:publica passte die Anekdote über eine gesellschaftliche Implikation dieser neuen Technologien: Dogariu nannte den skurrilen Fall einer Gerichtsverhandlung in den USA, bei der Alexa einen Mordfall „mitgehört“ hatte und sich Anwälte plötzlich mit den Themen Meinungsäußerung und „First Amendment Rights“ in Bezug auf einen smarten Lautsprecher beschäftigen mussten.

Der Blick „hinter die Kulissen“, also wie Sprach-Technologien entwickelt und durch „Machine Learning“ gefüttert und optimiert werden, war sehr aufschlussreich. Und auch wenn „Conversational User Interfaces“ erst seit geraumer Zeit wirklich in aller Munde sind und die sprechende Maschine schnell an den futuristischen Bordcomputer aus „Raumschiff Enterprise“ erinnert, ist es schön zu sehen, dass dahinter zwar harte Arbeit steckt, aber keine Science-Fiction. Denn die Fragen hinter allem: „Wonach suchen Menschen eigentlich? Und wie kann man sie klug dorthin führen?“ sind seit jeher das Herzstück aller guten digitalen Designprozesse.

Stars und Sterne

Ob Politiker wie Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier oder Umweltministerin Svenja Schulze, re:publica-Urgesteine wie Sascha Lobo oder Markus Beckedahl und der „Stargast“ von den Sternen, Astronaut Alexander Gerst – Prominenz war auch dieses Jahr gut vertreten. Nicht wenige bezeichneten die re:publica dieses Jahr als „Die ‚Berlinale‘ des Internets“ – was sicherlich auch mit leichtem Augenzwinkern verstanden werden darf.

Zukunft, froh

Und manchmal sind es extrem einfache Ideen, die Nachdruck hinterlassen. In „Building Joyful Futures“ stellte Alexis Hope vom MIT Media Lab vor, wie sie und ihr Team Hackathons neu gedacht haben, indem sie den KPI „Freude“ in den Mittelpunkt stellten. Die sehr empathische Rednerin beschrieb Vorbereitung, Durchführung und Nachwirkung des „Make the Breast Pump Not Suck Hackathon“ beim MIT Media Lab. Es war deutlich, wie tief sie sich mit dem Thema und den Beteiligten auseinandergesetzt hatte. Durch ihre persönlichen Eindrücke wie die anfängliche Skepsis, die Herausforderungen und die Schilderungen, was es heißt, die Kultur rund um Innovation zu verändern, konnte der Talk gut das Gefühl vermitteln, was im Kern ihrer ungewöhnlichen Aktion war: Freude.

//Event-Kalender für den Herbst – alle wichtigen Digital-Messen auf einen Blick

Titelbild - Digital-Messen

Bits, Bytes oder Brezel? Der Herbst kommt mit schnellen Schritten auf uns zu und mit sich bringt er die Crème de la Crème an Digital-Messen: me Convention, dmexco, Web Summit und und und. Besonders der September ist vollgepackt mit Events, auf denen sich die Digital- und Kommunikations-Szene zum Austausch trifft. Den Überblick zu behalten ist schwer, vor allem, wenn man seinen Blick neben Deutschland aufs europäische Ausland richtet. Deshalb haben wir uns unsere Kalender gegriffen und die wichtigsten Digital-Messen im Herbst zusammengestellt. Unser Event-Guide gibt Lesern alle wichtigen Infos zu den anstehenden Digital-Messen und sie erfahren, welche Events interessant für sie sind.

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//KW 19 – re:publica 2017 – gegen Fake News und Hass im Netz

re:publica 2017_Titel

Liebe Leserinnen und Leser,

in den über 500 Stunden Programm wurden auf der re:publica alle Facetten der digitalen Gesellschaft beleuchtet. Netzaktivisten, Blogger, Journalisten, Wissenschaftler und Politiker debattierten auf Europas größter Digitalmesse über aktuelle Trends – von künstlicher Intelligenz, Big Data, Virtual Reality über autonomes Fahren bis zur Macht der Algorithmen. Gemäß dem Motto „Love Out Loud“ waren in Berlin auch Fake News und Hass im Netz wieder große Themen. Wir haben uns die wichtigsten Trends und spannendsten Debatten der Konferenz genauer angeschaut.

Viel Spaß beim Lesen!

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//KW 20 – Medieninnovation in Deutschland

Medieninnovation in Deutschland

Die deutsche Medienlandschaft hat sich in den vergangenen Jahren erheblich entwickelt. Redakteure, Verleger und Journalisten sind sich heute einig darüber, dass sie und ihre Medien sich verändern müssen. Auf dem stern-Blog plädiert Anita Zielina für ein Ende des ewigen Gejammers über den Innovationsmangel der heimischen Medienbranche und zeigt, dass sich in Wahrheit einiges tut.
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