//KW 03 – Reichweite steigern: Kein Ruhm ohne Relevanz

Liebe Leserinnen und Leser,

von Sonntag bis gestern lief in München wieder die Netzkonferenz DLD. Fachbesucher, Wirtschaftsvertreter und Entwickler diskutieren über Trends, Entwicklungen und neueste Ideen in Sachen Digitalisierung. Direkt zur Eröffnung war die vermeintliche Rückständigkeit Europas gegenüber den Vereinigten Staaten das Top-Thema.

Politiker Jens Spahn haderte in einer Diskussionsrunde zum Marktplatz Europa mit der bisherigen Datenschutz-Regulierung der EU. So könne ein US-Unternehmen von Beginn an Daten sammeln – und sich erst anschließend ein passendes Geschäftsmodell ausdenken. In Deutschland müssten Gründer hingegen zuvor einen konkreten Zweck festlegen und die Daten danach wieder löschen. „Genau deshalb kann kein deutsches Unternehmen jemals mit einem amerikanischen konkurrieren“, behauptete Spahn.

Überhaupt drohe Europa, bei der Digitalisierung sowie den Themen Start-ups und Risikokapital durch die USA abgehängt zu werden. „In Deutschland passiert zu wenig, zu spät und zu langsam“, erklärte der Politiker.

Der amerikanische Internet-Experte und Kommunikationsprofessor Jeff Jarvis war ebenfalls vor Ort und kommentierte die Auftakt-Diskussion: „Das ist so typisch europäisch, eine Diskussion über Technologien mit Bedenken statt mit den Chancen zu starten.“ Und ergänzte: „Viele im Panel beschweren sich über die Dominanz von US-Technologie. Aber wo sollen Konkurrenten herkommen, wenn ihr nicht in eure eigenen Unternehmen investiert?“

Diese grundlegende Diskussion zwischen Datenschutz und Innovationskraft ist sicherlich kein reines Schwarz-Weiß-Thema. Das gleiche gilt für Machine Learning, eines unserer Newsletter-Themen. Ist es sinnvoll und vertretbar, künstliche Intelligenz Unternehmensdaten auswerten zu lassen?

Continue reading