//“Am Ende gewinnt immer die Plattform” – Dr. Holger Schmidt zur Zukunft des Journalismus

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Ursprünglich wollte Holger Schmidt über den Klimaschutz schreiben – immerhin hatte er eine Doktorarbeit dazu verfasst. Das Thema sei ihm jedoch schnell zu politisch und zu emotional geworden, erklärte der Ökonom und Wirtschaftsjournalist später in einem Interview mit t3n. Die Netzwelt habe ihm besser gefallen. Dort ist er heimisch geworden – und hat sich mittlerweile selbst zur Marke gemacht. „Man muss das Netz für sich nutzen“, erzählt er im Gespräch mit OSK, „sowohl für die Recherche als auch für die Vermarktung von Inhalten.“

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//“Der Leser ist viel bequemer geworden” – Anja Reschke zur Zukunft des Journalismus

© NDR/Thomas PritschetDagegen halten, Mund aufmachen: Als sie sich im August 2015 in den Tagesthemen die Wut über rechte Hetze im Internet vom Leib redete, wurde Anja Reschke selbst zur Nachricht. Hass-Schreibern müsse man Paroli bieten, sagte sie damals, rassistische Tiraden dürfe man nicht tolerieren. Reschke erntete viel Zuspruch in den sozialen Netzwerken – und ebenso viele Wutbriefe und Drohungen von denen, die sich angesprochen fühlten.

Der Kommentar brachte ihr nicht nur eine Nominierung für den Deutschen Fernsehpreis 2016 ein, sondern auch eine Auszeichnung zur Journalistin des Jahres 2015. „Ein komisches Gefühl“, sagte Reschke in ihrer Preisrede. Der Tumult um ihren Kommentar habe auch an ihrem Verständnis vom Journalismus gerüttelt: „Meine Rolle ist die einer Journalistin. Aber ich merke, dass mein Kompass durcheinandergerät – dass ich nicht mehr weiß, was das ist.“ Im Gespräch mit OSK thematisiert Reschke die gesellschaftliche Rolle des Journalismus: „Es gibt ein paar Dinge, über die sich eine Gesellschaft verständigen muss. Und dafür brauchen wir die Medien.“

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//“Artikel sind nicht mehr zeitgemäß” – Daniel Fiene zur Zukunft des Journalismus

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Daniel FieneMedien haben ihn schon immer fasziniert. Heute sind sie sein Beruf. Seit 2015 ist Daniel Fiene Head of Audience Engagement bei der Rheinischen Post. Nebenbei gibt er nicht nur inhouse Workshops bei der Rheinischen Post, sondern auch externe Fortbildungen, beispielsweise an der FFH Academy und der Landesanstalt für Medien NRW. Bereits 2001 ging er mit seinem ersten Blog online – kurz nachdem der Blog-Boom in den USA ausbrach. Auch heute bloggt er dort noch über Medienwandel, Social Media und Medienjournalismus. Im Interview mit OSK erklärt Daniel Fiene, warum Echtzeit und Empathie die wichtigen Treiber im Journalismus sind und weshalb der klassische Artikel nicht mehr zeitgemäß ist.

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//“Leser wollen nicht länger bevormundet werden” – Dima Khatib zur Zukunft des Journalismus

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Dima Khatib klein2Dima Khatib gilt als eine der am besten vernetzten Personen im Mittleren Osten – vor allem digital. Aufsehen erregte die Nachrichtenjournalistin, als sie 2011 auf Twitter über den Arabischen Frühling berichtete. In Echtzeit kommentierte sie das politische Geschehen rund um die Uhr. Auch heute vergeht kaum eine Stunde, in der Khatib nicht mit ihren 320.000 Twitter-Followern kommuniziert. Den Blick hebt sie dennoch gerne vom Smartphone: Die besten Geschichten kämen immer noch von der Straße, versichert Khatib im Gespräch mit OSK.

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//“Der Trend geht zur Nische” – Kelly Toughill zur Zukunft des Journalismus

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Kelly ToughillDie Idee kam ihr am Strand, kurz nachdem sie ihr erstes Studium abgeschlossen hatte und nicht wusste, was sie damit anfangen sollte: Sie wollte reisen, interessante Orte besuchen und ihren Freunden in Briefen davon erzählen. Um davon leben zu können, würde sie sich dem Journalismus zuwenden, beschloss Kelly Toughill, und schrieb sich kurzerhand für einen entsprechenden Studiengang an der San Francisco State University ein. Nach ihrem Abschluss heuerte sie bei der Fort Myers News Press in Florida an, bevor sie 1986 zum Toronto Star wechselte, der größten Tageszeitung Kanadas.

Zwanzig Jahre später verließ Toughill – mittlerweile stellvertretende Chefredakteurin des Toronto Star – das Tageszeitungsgeschäft, um sich der Ausbildung von jungen Journalisten am University of King’s College in Halifax zu widmen. Ihren Studenten bringt sie nicht nur das Schreiben näher, sondern auch journalistische Geschäftsmodelle. Deren Versagen würde vor allem die klassischen Massenmedien treffen, analysiert Toughill im Gespräch mit OSK. Ihre Prognose: Zeitungen oder Sender mit einer klar definierten Zielgruppe werden es in Zukunft leichter haben, Werbekunden zu finden.

Den kanadischen Zeitungsmarkt betrachtet Toughill indes mit Sorge. „Die Personen, die die wirklich zentralen Entscheidungen treffen, könnten alle an meinen Esstisch passen.“ Das gefährde die Meinungspluralität. Die ist der Professorin heilig – nicht zuletzt in ihren Social-Feeds, in denen auch Personen auftauchen, deren Ansichten sie nicht teilt. „Man sollte alle Meinungen kennen“, erklärt Toughill, „nicht nur die eigene.“
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//“Wir suchen Geschichten in Daten” – Ulrike Köppen zur Zukunft des Journalismus

© BR, Lisa HinderUlrike Köppen ist Teil einer noch relativ jungen Bewegung im Journalismus: dem Datenjournalismus. Sie leitet BR Data, das Daten- und Interaktivteam des Bayerischen Rundfunks/ARD. Das Team ist interdisziplinär zusammengesetzt aus Journalisten, Programmierern und Designern und widmet sich allen Formen des Datenjournalismus und interaktiven Storytellings.

Im Gespräch mit OSK erklärt Ulrike Köppen, warum Medienhäuser in ihrer Arbeit von Programmierern lernen können und wieso das Alte das Neue nicht verdrängen, sondern umarmen sollte.

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//“Soziale Netzwerke sind überbewertet“ – Samir Patil zur Zukunft des Journalismus

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Er sei kein Vollblutjournalist, betont Samir Patil im Gespräch mit OSK – er sei Verleger. Daher überrascht es kaum, dass der 45-Jährige immer wieder auf die unternehmerischen Perspektiven verweist, welche die indische Medienlandschaft derzeit bietet. „Der Markt ist vielversprechend, es wird viel investiert“, resümiert er. Die Medienszene befände sich im Umbruch, das würde Raum schaffen für „junge, neue Gesichter, Stimmen und Formate“.

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//„Guter Journalismus braucht Zeit“ – Antoine Genton zur Zukunft des Journalismus

© iTELE/Stéphane GrangierAntoine Genton lebt für den Journalismus. Als Nachrichtenmoderator für den französischen TV-Sender iTélé verantwortet der 37-Jährige eine ganze Bandbreite an Programminhalten. Immer ist er auf der Suche nach neuen Geschichten und verlässlichen Quellen. Sein großer Wissensdurst und eine unstillbare Neugier machten es für den Franzosen schier unmöglich, etwas anderes als eine journalistische Karriere zu verfolgen. Nach drei Jahren Literaturstudium und einem Masterabschluss in zeitgenössischer Geschichte besuchte Genton die Straßburger Journalistenschule, eine der renommiertesten Institutionen Frankreichs. Nach dem Studium zog es ihn zunächst zum Radio, wo er zum waschechten Nachrichtenjournalisten ausgebildet wurde. Nachdem er neun Jahre lang für die großen Informationssender des Landes gearbeitet hatte – darunter France Info, France Inter und RFI – beschloss Genton, sich dem Fernsehen zu widmen. Seit 2012 moderiert er bei iTélé. Im Gespräch mit OSK erklärt er, wieso das anziehende Tempo im Nachrichtenjournalismus eine Gefahr für die Branche ist und wieso es bei TV-Nachrichten auch ums Aussehen geht.

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//“Jeder sagt, dass die Homepage stirbt. Unsere Seite wächst” – Jochen Wegner zur Zukunft des Journalismus

Jochen WegnerDie Homepage ist tot, es lebe die Homepage. Während einige noch immer den Untergang der klassischen Startseite prophezeien, beweist ZEIT ONLINE, dass Desktop-Homepages auch in Zeiten von Facebook, Twitter und LinkedIn Pulse wachsen können. Der jüngste Relaunch des Online-Portals hat die klassische Homepage wieder stärker in den Mittelpunkt gerückt – mit einer klaren Struktur, einer reduzierten Navigationsleiste und einem opulenten Aufmacher. Die Nutzerzahlen steigen, und zwar rasant: Konnte die Website laut IVW im Jahr 2014 durchschnittlich gut 13.400.000 Homepage-Visits pro Monat verbuchen, waren es im darauffolgenden Jahr bereits über 14.400.000.*

Jochen Wegner, Chefredakteur von ZEIT ONLINE, hat den Umbau verantwortet – und ist heute froh, seiner einstigen Prognose über den Tod der Homepage damals nicht getraut zu haben. Nicht zuletzt deshalb sei er zurückhaltender geworden, was Prognosen zur Zukunft des Journalismus angeht, erklärt er im Gespräch mit OSK. Zu oft habe er Thesen geäußert, die „irgendwann einmal korrekt waren, aber auch irgendwann wieder falsch“.

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//“Wir dürfen Inhalte nicht umsonst hergeben” – Marten Blankesteijn zur Zukunft des Journalismus

Marten Blankesteijn, founder blendle.com, Utrecht, Netherlands, 26-8-2015Marten Blankesteijn hat nicht viel Zeit für das Interview, maximal dreißig Minuten, dann müsse er leider weiter, nuschelt er ins Telefon. Kein Wunder, schließlich hat der 28-Jährige viel vor: Mit seinem Start-up Blendle will er nicht weniger als den „weltbesten Journalismus für alle zugänglich machen“. Und nebenbei beweisen, dass sich mit Journalismus online Geld verdienen lässt. Im OSK-Interview spricht Marten Blankesteijn darüber, wie kostenpflichtige Inhalte im Netz erfolgreich sein können und wieso ein Magazin, das er veröffentlichen würde, nur acht Seiten hätte. Continue reading