//Scoop statt Fake News – der Aufstieg von Investigativ-Journalist David Fahrenthold

Interview David Fahrenthold 2

Was David Fahrenthold kurz vor der Wahl des aktuellen US-Präsidenten ans Licht gebracht hat, hätte die meisten anderen Politiker wohl ruiniert. Der Investigativ-Reporter der Washington Post veröffentlichte Informationen über frauenverachtende Äußerungen, die Trump getätigt haben soll, und deckte einen Skandal über erfundene Spendengelder des mächtigsten Mannes der Welt auf.

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//Facebook erinnert Emily Bell an eine Diktatur

Emily Bell Titel

Lange war Facebook für Publisher ein Garant für Klicks und Leser. Doch mit den Newsfeed-Änderungen Anfang des Jahres hat das Netzwerk quasi über Nacht Nachrichtenmedien die Reichweite beschnitten. Die Änderungen trafen die Branche zwar unvorbereitet, doch es gab schon lange Kritiker, die Publisher davor warnten, sich zu sehr auf Facebook zu verlassen. Eine davon war Emily Bell.

Die Britin ist eine Pionierin des Online-Journalismus. Anfang der Nullerjahre kam sie zum Guardian. Als Director of Digital Content war sie dort maßgeblich daran beteiligt, die Zeitung zu einem der einflussreichsten Online-Medien weltweit zu machen. Inzwischen leitet sie das Tow Center for Digital Journalism an der Columbia University und forscht dort an alternativen Konzepten für die Medienbranche. Für sie ist guter, unabhängiger Journalismus heute wichtiger denn je. Er sei die Abwehr gegen Populismus, Fake News und die Halbwahrheiten, die unsere Welt zurzeit prägten. Die Algorithmen der sozialen Netzwerke hätten viel zu diesen Missständen beigetragen. Im Interview mit OSK verrät Emily Bell, was sie von Facebook fordert und warum sie trotz all der Schwierigkeiten an guten Journalismus glaubt.

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//Giphy will MTV 2.0 werden – überraschende Hardware auf der SXSW 2018

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Mit dem aufmerksamkeitsstarken Titel „The End Of Content“ lockt der Giphy-Gründer Alex Chung die Besucher während der South by Southwest (SXSW) 2018 in den großen Saal und präsentiert so viel Content wie auf keinem anderen Panel zuvor. Während seiner einstündigen Rede liefen auf der großen Leinwand ausschließlich GIFs. Immer wieder brachte er das Publikum mit den kurzen, stummen und animierten Bildsequenzen in Endlosschleife zum Lachen.

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//“Unsere Zukunft liegt im Mobilen” – Martin Baron zur Zukunft des Journalismus

Martin Baron - swMobil oder gar nicht, lautet die Devise. „Wir produzieren nichts mehr für unsere Plattform, wenn es nicht auch im mobilen Netz funktioniert“, erklärt Martin „Marty“ Baron, Chefredakteur der Washington Post. Baron steuert die „Post“ seit 2013. Seitdem hat die Tageszeitung vier Pulitzer-Preise gewonnen – und angefangen, sich radikal zu wandeln: zunächst von Print zu Online, aktuell von Online zu Mobil. Im Interview spricht Martin Baron über schnelle Ladezeiten, den passiven Konsum von Medien und erklärt, warum wegfallende Finanzierungsmodelle nicht die einzige Herausforderung sind, vor der Qualitätsjournalismus heute steht.

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//“Erzählen wir Geschichten künftig über eine VR-Brille?” – Nikolaus Röttger zur Zukunft des Journalismus

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nikolaus roettger_2016_credit-petra-kleis-fur-wired_kleinDie Deutschen haben ein gespaltenes Verhältnis zur Technologie: Der technologische Fortschritt wird hierzulande skeptischer begutachtet als anderswo. In kaum einem anderen Land werden Themen wie Datensicherheit ähnlich kontrovers diskutiert. Und dennoch habe Technik unseren Alltag längst durchdrungen, sagt Nikolaus Röttger, Chefredakteur des deutschen Innovations- und Tech-Mediums WIRED: „Wir gehen auf die Datenschutz-Demo und suchen den Weg dorthin mit Google Maps. Wir machen uns Sorgen um die Spuren, die wir im Netz hinterlassen, tragen aber einen Fitness-Tracker.“ In diesem Spannungsfeld bewege sich der Technologie-Journalismus in Deutschland, erzählt Röttger im Gespräch mit OSK. Dort muss sich auch WIRED zurechtfinden.

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//“Am Ende gewinnt immer die Plattform” – Dr. Holger Schmidt zur Zukunft des Journalismus

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Ursprünglich wollte Holger Schmidt über den Klimaschutz schreiben – immerhin hatte er eine Doktorarbeit dazu verfasst. Das Thema sei ihm jedoch schnell zu politisch und zu emotional geworden, erklärte der Ökonom und Wirtschaftsjournalist später in einem Interview mit t3n. Die Netzwelt habe ihm besser gefallen. Dort ist er heimisch geworden – und hat sich mittlerweile selbst zur Marke gemacht. „Man muss das Netz für sich nutzen“, erzählt er im Gespräch mit OSK, „sowohl für die Recherche als auch für die Vermarktung von Inhalten.“

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//“Jeder sagt, dass die Homepage stirbt. Unsere Seite wächst” – Jochen Wegner zur Zukunft des Journalismus

Jochen WegnerDie Homepage ist tot, es lebe die Homepage. Während einige noch immer den Untergang der klassischen Startseite prophezeien, beweist ZEIT ONLINE, dass Desktop-Homepages auch in Zeiten von Facebook, Twitter und LinkedIn Pulse wachsen können. Der jüngste Relaunch des Online-Portals hat die klassische Homepage wieder stärker in den Mittelpunkt gerückt – mit einer klaren Struktur, einer reduzierten Navigationsleiste und einem opulenten Aufmacher. Die Nutzerzahlen steigen, und zwar rasant: Konnte die Website laut IVW im Jahr 2014 durchschnittlich gut 13.400.000 Homepage-Visits pro Monat verbuchen, waren es im darauffolgenden Jahr bereits über 14.400.000.*

Jochen Wegner, Chefredakteur von ZEIT ONLINE, hat den Umbau verantwortet – und ist heute froh, seiner einstigen Prognose über den Tod der Homepage damals nicht getraut zu haben. Nicht zuletzt deshalb sei er zurückhaltender geworden, was Prognosen zur Zukunft des Journalismus angeht, erklärt er im Gespräch mit OSK. Zu oft habe er Thesen geäußert, die „irgendwann einmal korrekt waren, aber auch irgendwann wieder falsch“.

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//New York City: Wait or Run

Inspired by Christopher Thomas’ mystical photo essay “New York sleeps,” a colleague and I set off for the Big Apple in September to shoot two films, knowing that we would find the city’s buzz, but also hoping to find the city’s quieter side. Not that our schedule gave any hint of this: ten days packed with meetings, interviews, conferences, instagramming for clients and two film projects. In short, a New Yorker’s life in caricature.

Our initial idea was to uncover a different New York – capturing the city’s elusive moments of calm in the style of the popular German photographer. Thomas used a custom-made large-format field camera. Our medium was video. The 80 black-and-white photographs in his 2012 book depict familiar cityscapes, but with a twist. This urban landscape is ghostly and dreamlike: Grand Central Station devoid of commuters, the Brooklyn Bridge a deserted monument, Fifth Avenue sans flâneurs. Not a single photo conveying the hectic way of life we call New York.

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//“Facebook und Google wissen mehr über unsere Leser als wir selbst” – Jeff Jarvis zur Zukunft des Journalismus

Jeff Jarvis Artikelbild_00Ortstermin an der City University of New York (CUNY): Wir treffen Journalismus-Professor und Bestseller-Autor Jeff Jarvis. Er teilt seine Sicht der Dinge nicht nur als Online-Instanz auf Twitter, Facebook und auf seinem Blog BuzzMachine mit, sondern gerne auch im persönlichen Gespräch. Die Zukunft des Journalismus ist sein Lieblingsthema; seine Haltung dazu wird schnell klar: News und gute Geschichten werden im Internet gemacht – und verkauft. Journalisten, so erklärt der 61-jährige Direktor des Tow-Knight Center for Entrepreneurial Journalism im OSK-Interview, müssen heute auch Unternehmer sein. Und weil wir uns lange mit dem Experten unterhalten haben, gibt es in dieser speziellen Ausgabe von “Zukunft des Journalismus” auch ein Video, in dem Jeff Jarvis weitere spannende Aussagen zur Entwicklung der Branche trifft.

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//KW 42 – Das Ende der Website?

Liebe Newsletter-Abonnenten,

in dieser Woche starten wir unseren OSK Weekly mit einer etwas ausführlicheren Einleitung. Aus aktuellem Anlass: Seit Anfang des Jahres sprechen wir mit Journalisten und Medienmachern aus ganz Deutschland. Ob Chefredakteure von etablierten Medienmarken, junge, mobilaffine Videojournalisten oder Gründer von reinen onlinebasierten Medien – in insgesamt 24 Experten-Interviews haben wir vieles über die Zukunft des Journalismus erfahren und gelernt. Vor allem jedoch eines: Die Entwicklung der Branche wird schon lange nicht mehr alleine von den Publishern gestaltet. Technische Plattformbetreiber wie Google, Facebook, Instagram, Twitter, Snapchat, LinkedIn etc. setzen sich als Vermittler zwischen die Nachrichten-Lieferanten und -Konsumenten. Sie bestimmen formgebende Regeln des Journalismus, beeinflussen mit ihren eigenen Algorithmen den Nachrichtenfluss und verdienen letztlich auch an den Inhalten aufgrund von speziellen Werbedeals mit.

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