//Erfolg auf WeChat – zwei Marken zeigen, wie es geht

Titel für Blogbeitrag3 - WeChat

Der Artikel ist Teil unseres ausführlichen Wechat-Guides. Hier geht’s zum kostenlosen Download.


 

WhatsApp ist für Freunde da! Vereinzelt vielleicht für Arbeitskollegen. Einige User haben sich bereits Whats-App-Newsletter von Marken eingetragen. Insgesamt zögert der Durchschnitts-Europäer aber noch, Unternehmen in seine private Kommunikation einzubinden. Bei WeChat gehört das bereits zum Alltag: Marken kommunizieren mit Kunden direkt in einer Messenger-Umgebung. Logisch, dass sich daraus Kommunikations-Chancen ergeben.

Aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken

Unternehmen haben WeChats zentrale Rolle für China als Kommunikationskanal erkannt und nutzen den Dienst, um ihre Botschaften zu den Kunden zu bringen. Eine der bekanntesten internationalen Firmen, welche die App bereits lange und ausgiebig im B2C-Bereich verwendet, ist Nike. Seit mehreren Jahren tummelt sich der Sportartikel-Gigant mit verschiedenen Kampagnen auf dem Messenger.

Screenshot: WeChat-Account Nike
 

Als die Community rund um Sport auf WeChat wuchs, nutzte Nike die Chance und baute seine Unternehmenspräsenz aus. Wer Nike folgt, erhält Zugang zu Sporttipps, Events, Laufrouten, Trainingsplänen und mehr. Durch Fitness-Kampagnen liefert Nike Mehrwert und bindet die Zielgruppe an sich.

Ein integrierter Schuhguide sorgt für die perfekte Platzierung der eigenen Kollektion. Spannend ist auch der Customizer: User fotografieren ein beliebiges Motiv, folgen Nike, senden das Bild an den Firmen-Account und können unverzüglich ihre eigene Schuhkreation mit den Kontrastfarben der aufgenommenen Bilder kaufen sowie liefern lassen. Kurze Wege, Interaktion, Individualisierung: Damit wird die App zu einem wichtigen Verkaufskanal des Herstellers.

Screenshot: WeChat-Account Nike
 

WeChat eignet sich nicht nur dazu, über die Abonnenten-Accounts die eigene Marke zu stärken und Kunden zu binden – viele Unternehmen verfügen über Service-Accounts, über die sie mit Käufern, Herstellern und Nutzern in Kontakt stehen.

Einfach und bequem shoppen

Dass die Nutzung des Dienstes auch in anderen Branchen als Lifestyle funktioniert, zeigt Walmart: Mithilfe von WeChat Pay bezahlen Kunden in China bargeldlos an Walmart-Kassen. Chinesische User profitieren von Rabatten, wenn sie bei Walmart via WeChat einkaufen. Über den Service-Account erstellen sie eine Einkaufsliste oder speichern Coupons. Weiterhin bietet Walmart in enger Kooperation mit der App eine E-Card mit Guthaben an, die Kunden an ihre Freunde schicken  können.

Screenshot: WeChat-Account Walmart
 

Deutsche Firmen erkennen den Trend

Auch deutsche Unternehmen haben verstanden, dass WeChat unumgänglich für den Markenerfolg in China ist. So pflegen Siemens und Bayer seit geraumer Zeit Accounts. Die Unternehmen agieren weltweit, haben Tochterfirmen und Gesellschaften im asiatischen Raum. Dort bietet der Messenger eine einfache Lösung, um möglichst viele Menschen zu erreichen. Viele Brands passen sich daran an, dass Menschen zunehmend via Messenger kommunizieren. WeChat bietet daher die optimale Schnittstelle, um Nutzer abzuholen und ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen. Kampagnen erreichen so potenzielle Kunden und Unternehmen stehen in direktem Kontakt zur Zielgruppe.

Moderne Kundenbindung

Für WeChat werden bis 2020 über 5,8 Milliarden US-Dollar Umsatz prognostiziert. Experten sagen WhatsApp für den gleichen Zeitraum einen zu erwartenden Umsatz in Höhe von 4,8 Milliarden US-Dollar voraus, sobald der Messenger eine Monetarisierung gestartet hat. Die Zahlen veranschaulichen, wie viel Marktmacht WeChat besitzt.

Nike, Walmart und einige deutsche Akteure haben diese Potenziale erkannt und wissen sie für sich zu nutzen. Dabei geht es vornehmlich um Positionierung der Marke, Kundenbindung und Umsatzsteigerung.

 

Online-Redakteur

Carsten Christian ist studierter Journalist und Kommunikationswissenschaftler, seinen Master-Abschluss hat er an der Uni Hamburg gemacht. Bevor er zur Agentur kam, war der Digital Native mehr als zwei Jahre für die Online- und Print-Ausgabe der Ruhr Nachrichten im Einsatz. Bei OSK arbeitet er als Online und Social Media-Redakteur, auf dem Agentur-Blog schreibt Carsten über den Medienwandel und Trends im Bereich Mobile und (Online-)Video. Privat verfolgt er Neuigkeiten in der Videospiel- und Gaming-Szene, schaut gerne Let's-Plays auf YouTube und greift auch selbst zu Maus und Gamepad.

// More About

  • Ich befasse mich seit mehreren Jahren sehr intensiv mit Social Media und sonstigen Kommunikationstrends inkl. Messaging. Wirklich spannendes Thema, denn Messenger sind definitiv DAS populärste Kommunikationstool der Menschheit heute geworden. WeChat in China, Line in Japan, Telegram in Russland und die Facebook-zugehörigen Angebote im Rest der Welt. Die grosse Frage ist, ob das chinesische Modell wünschenswert ist? Unternehmen machen sich unnötig abhängig von Datenkraken und verlieren die Kundenschnittstelle – ausserdem ist zumindest meine Erfahrung, dass Nutzer gerne zwischen privaten und geschäftlichen Angelegenheiten trennen. Wozu erstgenannte Thematik führt zeigt übrigens folgender aktueller Beitrag: http://versicherungswirtschaft-heute.de/maerkte-vertrieb/wechat-mischt-chinesischen-pkv-makt-auf/. WeChat bietet eine digitale Krankenversicherung an, als Versicherung würde ich mir spätestens jetzt die Frage stellen, möchte ich mit meinen Kunden/Interessenten über diesen Kanal interagieren? Wie sehen Sie das?

    • OSK Germany

      Hallo Herr Hatziioannou,

      vielen Dank für Ihr Feedback und Ihr Interesse an unserem Artikel. Insgesamt sehen wir es auch so, dass es ein großes Risiko ist, wenn Unternehmen nur über einen Kanal, der nicht in ihrer Kontrolle liegt, kommunizieren. Es sollte immer eine Mischung aus Eigen- und Fremdplattformen sein. Richtig und strategisch eingesetzt bietet WeChat jedoch spannende Möglichkeiten, mit einer großen Zielgruppe in Kontakt zu treten. Nutzen Sie den Mesenger?

      Beste Grüße
      Carsten Christian

      • Hallo OSK-Team… Da haben Sie absolut Recht. Genau darum geht es mir auch, es wäre fatal, sich nur auf externe/ausgelagerte Plattformen zu konzentrieren, vorallem wenn diese datengetriebene Geschäftsmodelle verfolgen (z.B. Werbung). Viele Berater und Agenturen vermitteln gerade den Eindruck, dass WeChat und Co. der heilige Gral sind und jetzt alles darüber ablaufen sollte. Es kann durchaus aus Sinn machen (z.B. Marketing/neue Zielgruppen erreichen) die Reichweiten und Touchpoints zu nutzen, aber Bestandskunden muss ich nicht wieder auf externe Plattformen lotsen und dadurch meine Kundenschnittstelle und -daten gefährden, oder? Ich nutze WeChat aktuell nicht, da ich weniger mit chinesischen Kontakten zu tun haben. Die UI/UX habe ich mir aber schon angesehen und ich kenne die Entwicklung in den letzten Jahren zur All-in-one-Lösung für Chinesen. Letzteres hat sicherlich auch mit kulturellen Aspekten zu tun – ich denke nicht, dass es so oder so ähnlich in Europa gelaufen wäre.