//“Der Leser ist viel bequemer geworden” – Anja Reschke zur Zukunft des Journalismus

© NDR/Thomas PritschetDagegen halten, Mund aufmachen: Als sie sich im August 2015 in den Tagesthemen die Wut über rechte Hetze im Internet vom Leib redete, wurde Anja Reschke selbst zur Nachricht. Hass-Schreibern müsse man Paroli bieten, sagte sie damals, rassistische Tiraden dürfe man nicht tolerieren. Reschke erntete viel Zuspruch in den sozialen Netzwerken – und ebenso viele Wutbriefe und Drohungen von denen, die sich angesprochen fühlten.

Der Kommentar brachte ihr nicht nur eine Nominierung für den Deutschen Fernsehpreis 2016 ein, sondern auch eine Auszeichnung zur Journalistin des Jahres 2015. „Ein komisches Gefühl“, sagte Reschke in ihrer Preisrede. Der Tumult um ihren Kommentar habe auch an ihrem Verständnis vom Journalismus gerüttelt: „Meine Rolle ist die einer Journalistin. Aber ich merke, dass mein Kompass durcheinandergerät – dass ich nicht mehr weiß, was das ist.“ Im Gespräch mit OSK thematisiert Reschke die gesellschaftliche Rolle des Journalismus: „Es gibt ein paar Dinge, über die sich eine Gesellschaft verständigen muss. Und dafür brauchen wir die Medien.“

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