//KW 51 – “Werbung darf nicht nerven”

Liebe Leserinnen und Leser,

zum letzten Mal in diesem Jahr bieten wir Ihnen heute einen Überblick zu aktuellen Themen aus Marketing und Kommunikation, bevor wir uns Anfang Januar mit frischen Informationen, Hinweisen und Empfehlungen zurückmelden.

Mit dem 49. OSK Weekly lässt sich feststellen: 2015 war ein ereignis- und abwechslungsreiches Jahr. Die digitale Transformation, der Medienwandel, Influencer-Relations und Content-Marketing zählten zu den besonders heiß diskutierten und umfangreich kommentierten Themen. Und sie werden, so viel ist sicher, unsere Branche auch im nächsten Jahr intensiv beschäftigen.

Die beliebtesten Beiträge auf den OSK-Kanälen waren unsere Reihe zur „Zukunft des Journalismus“, das Interview mit dem bekannten Tech-Blogger Sascha Pallenberg zu Content-Marketing und die Betrachtung der Blogger-Szene in den deutschen Großstädten.

Vielen Dank für Ihr Vertrauen und Interesse an unseren Posts, Filmen und Artikeln. Wir wünschen Ihnen besinnliche Feiertage und einen guten Start in ein interessantes und erfolgreiches 2016!

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//KW 50 – Die digitale Vernetzung des Autos – das Ende des Radios?

Liebe Leserinnen und Leser,

niedliche Advents-Clips (Katze mit Nikolausmütze) und rührige Feiertags-Videos verstopfen aktuell die Feeds und Newsstreams unserer Social Media Accounts. Sie werden nicht selten begeistert gelikt und geteilt – aber von vielen genervten Nutzern auch komplett ignoriert. Facebook hat nun reagiert, wie Ragan.com berichtet, und seinen Newsfeed-Algorithmus geändert. Nun würden virale Geschichten, die viele der Befragten nicht interessierten, erst weiter unten im Feed auftauchen. Virale Geschichten, die unbeliebt sind? Klingt widersprüchlich. Ein Like ist jedoch schnell verteilt, ohne groß über den Inhalt nachzudenken. Eine bunte Überschrift, gepaart mit einem süßen oder lustigen Bild, reicht oft schon, um als Facebook-Post die Runde zu machen. Wenn das Netzwerk diese Änderungen tatsächlich vornehmen sollte, sehen wir künftig mehr Geschichten, die wirklich relevant sind – großartig! Facebook ist auch in unseren folgenden Newsletter-Teasern ein Thema. Denn das Netzwerk wird, über seine Rolle als Lieferant von Cat-Content hinaus, als Nachrichtenquelle immer bedeutender.

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//„Die Homepage ist nicht tot“ – Michael Bartsch zur Zukunft des Journalismus

bartsch_small Studiert hat er Geschichte, Geografie und Politologie in Erlangen, doch schon als Teenager stand für Michael Bartsch fest: Er will Journalist werden. „Einen anderen Wunsch gab es nie. Wäre ich als Historiker auf dem Markt gelandet, wäre ich wahrscheinlich schnell arbeitslos geworden“, erklärt der Redaktionsleiter von heute.de. Seine redaktionelle Laufbahn begann klassisch bei einer Lokalzeitung und auch beim ZDF, während einer Hospitanz in der Redaktion „Zeitgeschichte“ unter der Leitung von Guido Knopp. Es folgte eine freie Mitarbeit bei einem privaten Nürnberger Hörfunksender und beim Bayerischen Fernsehen sowie redaktionelle Stationen beim Südwestfunk und MDR. Für die ZDF-Sendungen „Abendmagazin“ und „hallo Deutschland“ arbeitete Bartsch ebenfalls.

„1998 habe ich gedacht, ich müsse reich und berühmt werden und bin zu „Focus TV – Die Reporter“ gegangen. Aber es hat mich dann doch wieder zum ZDF zurückgezogen.“ Dort war Bartsch unter anderem für die ZDF-Reihe „Was nun?“, das „ZDF-Morgenmagazin“ und das „heute-journal“ tätig. Seit Bartschs journalistischen Anfängen hat sich viel getan in der Branche, die Alleinherrschaft der Redaktionen über das Nachrichtengeschäft gibt es in Zeiten von Blogs und sozialen Netzwerken nicht mehr. „Das, was Journalisten früher aus der Gesellschaft herausgehoben hat, ihre besondere Rolle, gibt es heute so nicht mehr“, so Bartsch. Für heute.de ist Bartsch seit 2008 verantwortlich. Gemeinsam mit seinem Team probiert er auch die Möglichkeiten aus, die im Zuge des Medienwandels zum klassischen Journalismus hinzugekommen sind. So testete heute.de zur Fußball-WM 2014 etwa, wie die Redaktion die Berichterstattung via Instagram ergänzen könnte. Im Interview erklärt Michael Bartsch, warum die besten Artikel seiner Meinung nach immer Autorengeschichten sind und wie wichtig es sei, die Veränderungen der Medienlandschaft zu beobachten.

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//„Journalisten hängen an Klickzahlen wie Junkies an der Nadel“ – Lars Wienand zur Zukunft des Journalismus

wienand_small Lars Wienand ist mit ganzem Herzen Lokaljournalist und hat darüber hinaus ein tiefgreifendes Verständnis für das Social Web. Beide Welten verbindet er seit 2009 als Deutschlands erster Social-Media-Redakteur am Newsdesk einer Regionalzeitung – der Rhein-Zeitung (RZ) in Koblenz. Heute ist er dort Mitglied der Redaktionsleitung und noch immer Bindeglied zwischen Print, Online und Social Web.

Bereits seit der zwölften Klasse arbeitete Wienand als freier Journalist im Print-Bereich. Später brach der Westerwälder sein Studium für ein Volontariat bei der Rhein-Zeitung ab, um nach einem kurzen Abstecher zu „Boulevard Baden“, wo er als Redaktionsleiter arbeitete, schließlich zur RZ zurückzukehren. Wienand ist maßgeblich für den Auf- und Ausbau der redaktionellen Social-Media-Präsenzen verantwortlich – anfangs waren es Twitter und Facebook. Seitdem ist der 41-Jährige „Nachrichtenchef für Social Media“. Dabei steht er in engem Kontakt zu den RZ-Lesern und „seiner“ Community, die ihn oft auf aktuelle Themen aus der Region hinweist. Als Recherchewerkzeug wissen Wienand und seine Kollegen das soziale Netz ohnehin zu nutzen, wie beispielsweise Ende letzten Jahres ein Foto eines Lichtermeers auf Instagram bewies: Ein Heiratsantrag am Deutschen Eck in Koblenz, von einem Passanten zufällig fotografiert und hochgeladen, wurde von Wienand entdeckt und fürs Netz aufbereitet.

In seiner Funktion als Journalist setzt Wienand sich auch mit dem Thema „Zukunft des Journalismus“ auseinander. So arbeitete er bereits als Ideen- und Impulsgeber an der ersten Augmented Reality-Ausgabe einer Tageszeitung und experimentiert regelmäßig mit Datenjournalismus. Neben seinem Job bei der RZ referiert und schult Wienand gelegentlich zum Thema Social Media und dem Nutzen des Leserdialogs, der daraus resultiert. Im Interview erklärt Lars Wienand, welche Medien es zukünftig schwer haben werden und warum er ein YouTube-Magazin spannend fände.

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//“Online, online, online – und das auf allen Kanälen” – Thomas Geiger zur Zukunft des Journalismus

ThomasGeiger_OSKBlog Er gilt als einer der wichtigsten Multiplikatoren innerhalb der Automobilbranche: der freie Motor-Journalist Thomas Geiger. Beste Kontakte und die mit Abstand größte Reichweite innerhalb der deutschsprachigen Auto-Berichterstattung werden dem 44-Jährigen attestiert. Seit über 20 Jahren schreibt Geiger über alles, was mehr als zwei Räder hat: Neuwagen, Old- und Youngtimer, Rennwagen, Designstudien, Showcars, Technologieträger und die Unternehmen, Ingenieure, Entwickler und Designer, die dahinterstehen. So umreißt er selbst sein Tätigkeitsfeld auf seiner Redaktionsbüro-Website. Außerdem liefert der Vielschreiber und bestens vernetzte Selbstvermarktungsprofi nach eigener Aussage Messeberichte, Reportagen, wirtschaftliche Analysen und Einschätzungen zu allen Themen rund um Auto und Mobilität. Zu seinen Kunden zählen regionale und landesweite Tageszeitungen im In- und Ausland, Nachrichtenagenturen, Fachmagazine und Onlinemedien.

Die automobile Themenwelt beackert er von seinem Redaktionsbüro in Wetzlar aus. Dort ist er allerdings selten anzutreffen, denn zahlreiche Termine wollen wahrgenommen und in Texte gefasst werden. Thomas Geiger legt besonderen Wert darauf, vor Ort dabei zu sein, die Testobjekte selbst zu fahren, um authentische Eindrücke zu gewinnen und vor allem mit den Protagonisten persönlich zu sprechen. Drei bis vier Events pro Woche, oft im Ausland, sind dabei keine Seltenheit. Da ist Schnelligkeit gefragt – neben umfassenden Branchenkenntnissen und hohem Qualitätsbewusstsein ein besonderes Markenzeichen Thomas Geigers. Dem Wunsch vieler Medien nach Exklusivität kommt er mit unterschiedlichen, zielgruppengerechten Textversionen nach. Seine journalistische Ausbildung erhielt Thomas Geiger, geboren 1970 in Radolfzell, bei der Gießener Allgemeinen Zeitung, bei der er volontierte und für einige Monate als fest angestellter Redakteur tätig war. Im Anschluss, ab Frühjahr 1992, widmete er sich dann ganz dem freien Motor-Journalismus. Nebenher studierte er – eher aus „Pflichtgefühl“, wie er sagt – Publizistik, Politikwissenschaft und VWL an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz.

Geigers Credo: „Weg vom Schreibtisch, runter auf die Straße, raus auf die Messe – rein ins Leben.“ Denn das bietet seiner Ansicht nach immer noch die besten Geschichten. Internet-Recherche ist für ihn ein möglicher Ausgangspunkt, eine Fahrkarte zu den guten Inhalten, die man nur über persönliche Eindrücke gewinnt. Was Blogs anbelangt, schaut er sich fast ausschließlich bei amerikanischen Quellen wie jalopnik, motor authority, auto blog oder carscoops um. Mit Social Media beschäftigt er sich noch eher selten, aber mit zunehmendem Interesse. Wenn er sie nutzt, dann weniger zur Recherche oder als Vertriebskanal, sondern eher als Plattform zur Eigenvermarktung. Im Interview gibt Thomas Geiger Einblicke in seine Sicht zur Zukunft des Journalismus. Seine Prognose: „Online, online, online – und das auf allen Kanälen mit allen zur Verfügung stehenden Medien.“

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//“Qualität für jeden Leser etwas anderes ist” – Sebastian Matthes zur Zukunft des Journalismus

© Frank Beer Für den Job hätte er alles liegen gelassen, sagt Sebastian Matthes. Glücklicherweise habe es damals zeitlich gut gepasst: Nach fünf Jahren als Ressortleiter Technik+Wissen bei der WiWo sei es einfach mal Zeit für einen Wechsel gewesen. „Außerdem wollte ich nicht mehr länger nur über den Medienwandel schreiben. Ich wollte ihn mit einem der innovativsten Medien der Welt selbst gestalten.“ Und so nahm Matthes die neue Stelle an, als Chefredakteur der Huffington Post Deutschland. Am 10. Oktober 2013 ging die deutsche Version der Nachrichten-Seite online. Rund sechs Monate später, im März, erreichte das Portal insgesamt 9,5 Millionen Visits – ein gutes Drittel der Zugriffe erfolgte über mobile Endgeräte. Damit schaffte die Huffington Post den Sprung unter die 15 zugriffsstärksten deutschen Nachrichtenseiten. Mobil ist für die „HuffPost“ ein wichtiger Kanal für die Reichweite. Von den 12,1 Millionen Visits im Februar 2015 kamen 5,7 Millionen von mobilen Geräten. Das Portal setzt auf einen Mix aus klassischen Nachrichten, bunten Themen und viel Meinung. Wegen des neuartigen Ansatzes von vielen zum Start mit Spannung beobachtet, gab es auf der anderen Seite Kritiker, die reißerische Überschriften und Klickanreize mit wenigen Inhalten bemängelten. Punkten kann die Huffington Post außerdem durch ihre hohe Reichweite in den sozialen Netzwerken.

Schon während seiner Zeit bei der WiWo beschäftigte sich Sebastian Matthes intensiv mit den Themen Internet und soziale Medien. Auf seinem Blog, der sich mit Wirtschaft, Medien, Technologie und Musik beschäftigt, schreibt der 37-Jährige, dass ihn besonders die Frage interessiere, wie neue Technologien unseren Alltag, die Wirtschaft und die Politik verändern. Er sei begeisterter Twitterer und freue sich über alles Neue in der Medienwelt. Die sozialen Netzwerke hat er dabei stets im Blick: „Twitter, Facebook und Instagram sind für mich Unterhaltung, Information – und ständige Begleiter.“ Nach dem Politik- und VWL-Studium an der Universität Hamburg und einem sechsmonatigen Forschungsaufenthalt in Indien studierte Matthes an der Georg-von-Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten. Während dieser Zeit arbeitete er für das Handelsblatt, den Spiegel und die WiWo. Weitere Redaktions-Stationen seiner Laufbahn: der Norddeutsche Rundfunk, Financial Times Deutschland und die Neue Zürcher Zeitung, jeweils für die Online- wie auch die Print-Ausgaben. Im Interview spricht Sebastian Matthes darüber, warum eine technische Ausrichtung für Medien-Unternehmen unerlässlich wird. Außerdem geht er darauf ein, was Journalisten tun müssen, wenn sie eine große Karriere verfolgen.

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//“Print lohnt sich immer noch” – Bettina Billerbeck zur Zukunft des Journalismus

bbIhre Leidenschaft fürs Schreiben entdeckte Bettina Billerbeck schon in der Schule. Während der Schulzeit auf einem Wuppertaler Gymnasium produzierte sie mit ihrem Team die Schülerzeitung – und gewann einige Preise. Heute ist sie die Chefredakteurin von „SCHÖNER WOHNEN“. Nach der Schule folgte ein Praktikum bei der Westdeutschen Zeitung. Wenn es mal gerade keine Aufgabe gab, suchte sie sich eigene Geschichten, die auch gedruckt wurden. Es war der Start einer steilen Karriere. Ihr Volontariat machte Bettina Billerbeck beim Jahreszeiten Verlag in Hamburg. Im Anschluss war sie als Redakteurin und später als Ressortleiterin bei „Der Feinschmecker“ insgesamt sechs Jahre für die Themen „Küche, Wein, Lebensart“ verantwortlich. Auf der Karriereleiter gab es von da an kein Halten mehr: stellvertretende Chefredakteurin des Frauenmagazins „myself“, Chefredakteurin der „Maxi“ und von „Living at Home“. Alles in einer Zeitspanne von rund 14 Jahren. Seit 2013 ist die 42-Jährige Chefin der „SCHÖNER WOHNEN“-Redaktion, gibt mit ihrem Team Tipps zur Einrichtung, Wohnstilen, Dekorations-Trends und mehr. Für ihre Hamburger Wohnung hat Billerbeck übrigens, wie sie selbst sagt, verschiedenste Stile kombiniert. Im Interview erklärt Bettina Billerbeck, warum sich Leser gerade in der rasenden Online-Welt nach Entschleunigung sehnen. Außerdem verrät sie, für wen sich der Print-Markt noch immer lohnt.

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//“Es gibt nicht DEN Journalismus“ – Christoph Amend zur Zukunft des Journalismus

fotoSein Medienverhalten hat er immer wieder komplett geändert. Bis vor ein paar Jahren noch als regelmäßiger Blog-Surfer unterwegs, liest Christoph Amend (41), Chefredakteur des ZEITmagazins, Beiträge auf Blogs mittlerweile vor allem, wenn er über Posts oder Tweets auf sie aufmerksam gemacht wird. Seine Erfahrung: Die Leute, mit denen er befreundet ist oder denen er folgt, sind recht gut darin, Beiträge oder Links zu posten, die ihn interessieren.

Zur Zukunft des Journalismus befragt, äußert sich Amend differenziert, es gebe eben nicht DEN Digital-, DEN Print- oder DEN Social-Media-Journalismus. Ein besonderes Faible hat er für ausführliche, gut recherchierte und geschriebene Geschichten. Das ist es, was die Leserinnen und Leser seiner Erfahrung nach sehen wollen – anstelle der immer gleichen Bilder oder austauschbaren Beiträge. Und dass die Geschichten aus dem ZEITmagazin auch international gut ankommen, zeigt der Erfolg der englischsprachigen Ausgabe, die eine „Best of“-Sammlung darstellt und einer experimentellen Idee entsprang. Ende März kommt die nächste Ausgabe auf den globalen Markt. Mit enthalten: ein Interview, das auf einem ZEITmagazin-Live-Talk mit Lena Dunham basiert, der US-amerikanischen Schauspielerin, Filmproduzentin, Filmregisseurin und Drehbuchautorin, bekannt vor allem durch ihre Fernsehserie Girls.

Christoph Amend, 1974 in Gießen geboren, machte 1993 in Butzbach sein Abitur und startete danach ein Studium der Anglistik und Politikwissenschaften. Nebenher begann er als freier Journalist zu arbeiten, unter anderem für das damals frisch gegründete jetzt-Magazin der Süddeutschen Zeitung. Mit 21 erhielt er dann ein Jobangebot in der Redaktion in München. Damit war die Uni passé. Stattdessen machte Amend seinen Weg im Journalismus. Ende der 90er-Jahre wurde er stellvertretender Redaktionsleiter des jetzt-Magazins. Als Giovanni di Lorenzo beim Tagesspiegel in Berlin anfing und den seinerzeit 24-Jährigen fragte, ob er ebenfalls dorthin wechseln wolle, folgte er dem Ruf – aus einer reinen Bauchentscheidung heraus, wie er sagt. Sein Job dort: zunächst Redakteur für besondere Aufgaben mit dem Auftrag, die „junge Perspektive“ mit ins Blatt zu bringen. 2001 folgte der Aufstieg zum Ressortleiter. 2004 stand wieder ein Wechsel an: zur ZEIT. Er übernahm die Leitung des Ressorts „Leben“ mit Sitz in Berlin, aus dem heraus 2007 das ZEITmagazin reanimiert wurde. Dieses verantwortet er seitdem. Neben seinem Posten als Chefredakteur des ZEITmagazins ist Christoph Amend auch Herausgeber der Zeitschriften Weltkunst sowie Kunst und Auktionen, die beide im ZEIT-Kunstverlag erscheinen.

Im Interview geht Christoph Amend darauf ein, wie wichtig lange Geschichten für die Leserschaft des Magazins sind, wie wichtig Veranstaltungen geworden sind, und er erklärt, welche Rolle die Sozialen Medien für Periodika wie das ZEITmagazin als aktuelle Kanäle und journalistische Experimentierfelder spielen können, nicht zuletzt, um weiter junge Leser zu gewinnen.

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//“Man muss einen Weg finden, als Journalist relevant zu sein” – Susann Hoffmann und Nora-Vanessa Wohlert zur Zukunft des Journalismus

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Die Idee sei in einem Bahnhofs-Zeitschriftenladen entstanden. „Man ist am Bahnhof, steht vorm Zeitschriftenregal und wählt eine Kombination aus Cosmopolitan, Myself oder Gala und Manager Magazin, Brand Eins oder Handelsblatt. Irgendwas dazwischen hat gefehlt“, erinnert sich Susann Hoffmann (Foto oben). Eben die weibliche Perspektive auf Wirtschafts- und Karrierethemen – das heißt ein Online-Hub für Frauen, die sich beruflich verwirklichen wollen. Die Lösung nennen Hoffmann und ihre Kollegin Nora-Vanessa Wohlert EDITION F. Die beiden Frauen sind die Gründerinnen der Business-Lifestyle-Plattform, die im Mai 2014 online ging. „Wir sind selbst Teil der Zielgruppe – Frauen, die gut ausgebildet sind und mehr wollen: im Job und im Leben“, so Hoffmann. Es heißt, die Nachfrage bestimme das Angebot. „In diesem Fall musste man das Angebot selbst schaffen, was durchaus eine Herausforderung und ein großes Risiko für uns darstellte“, gesteht Mitgründerin Wohlert.

Bei der Idee zu EDITION F seien sich beide sicher gewesen, dass sie jedes Risiko wert war. Der Sprung ins kalte Wasser werde nicht angenehmer, wenn man länger warte. Daher entschieden Wohlert und Hoffmann sich für einen klaren Schnitt vom alten Jobleben. Nora-Vanessa Wohlert machte vor ihrer Zeit bei EDITION F ein Redaktions-Volontariat bei fischerAppelt, relations und arbeitete als Business Analyst bei Roland Berger. Danach war sie über zwei Jahre Redaktionsleiterin bei Gründerszene, dem Onlinemagazin für die Start-up-Szene und die digitale Wirtschaft in Deutschland. Susann Hoffmann war mehr als vier Jahre Strategie- und PR-Beraterin bei Scholz & Friends. Ab Anfang 2013 leitete sie den Aufbau der Kommunikationsabteilung des Fachverlags Vertical Media, zu dem auch Gründerszene gehört. Dort arbeitete Hoffmann zusammen mit ihrer Mitgründerin. Ein idealer Arbeitsplatz, um gemeinsam Wissen über die Erfolgsfaktoren und Herausforderungen von Neugründungen zu sammeln. Im September 2013 starteten sie schließlich ihren Weg in die Selbstständigkeit. „Mit einer weißen Seite in Word und dem Freiraum, Edition F entstehen zu lassen.“

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//“Ich glaube daran, dass sich gute Geschichten durchsetzen werden” – Juliane Leopold zur Zukunft des Journalismus

© Caroline Pitzke

Für viele wird es eine Überraschung gewesen sein, als Juliane Leopold aufhörte, für die ZEIT zu arbeiten, und zu BuzzFeed wechselte – von einem Medium, das in Deutschland für den Begriff „Qualitätsjournalismus“ steht, zu einer Seite, die in großen Teilen auf Unterhaltung setzt. Die Journalistin ist sich aber sicher, dass sich die Mediennutzung der Leser verändert: „Inhalte müssen so gestaltet sein, dass sie sich problemlos in das Kommunikations- und Mediennutzungsverhalten von Nutzerinnen und Nutzern integrieren können. Dieses findet jetzt schon immer mehr auf den sozialen Medien und in Instant Messengern statt.“ Und auf diese Kanäle setzt Buzzfeed mit seinen Inhalten. Bekannt wurde die US-Seite vor allem für ihre schnell konsumierbaren Online-Inhalte, eine Mischung aus bewegten Bildern (GIFs), süßen Tierfotos, lustigen Videos und allem, was mit Katzen zu tun hat. Außerdem sind die sogenannten „Listicles“ sehr präsent. Das sind Beiträge, die aus Listen bestehen wie zum Beispiel „25 Dinge, die nur Menschen kennen, die älter als 30 Jahre alt sind“. Und das Konzept scheint erfolgreich zu sein: Unternehmensangaben zufolge hat die Seite monatlich weltweit über 200 Millionen Besucher. In einer Mail von Gründer Jonah Peretti an alle Mitarbeiter im November 2014 sprach er von einem erreichten Umsatz von 100 Millionen Dollar. Mittlerweile betreibt das Portal auch ernsthaften Nachrichten-Journalismus. 2014 entschied das Unternehmen sich, auch den deutschen Markt zu erobern. Im Juli war klar: Juliane Leopold wird Gründungs-Chefredakteurin – und das, obwohl sie in einem Interview mit medium sagt, gar kein Katzen-Typ zu sein. Zuvor Social-Media-Redakteurin bei ZEIT ONLINE, gab sie die neue Stelle standesgemäß per Twitter bekannt.


Leopold studierte Publizistik und Kommunikationswissenschaft auf Magister an der FU Berlin. Abschlussnote 1,1 (Zitat: „Ja, ich habe Strebertendenzen!“). Es folgten Stationen bei der Neuen Zürcher Zeitung, der ZEIT und ZEIT ONLINE. Außerdem schreibt sie für den Blog kleinerdrei, der für den Grimme Online Award 2014 nominiert war. Mitte 2014 dann der Wechsel zu Buzzfeed, im September folgte der erste Beitrag der deutschen Ausgabe. Derzeit konzentriert sich das kleine Team noch auf humorvolle, unterhaltende Artikel. Beim Preis “Journalisten des Jahres 2014” wählte das medium magazin Juliane Leopold vor Kurzem auf Platz zwei der Top Drei Newcomer des Jahres. Im Interview spricht Juliane Leopold darüber, warum die Homepage als Zugangsportal an Bedeutung verliert und wieso Demut und Humor für Redakteure wichtig sind.

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