//KW 04 – Snapchat-Journalismus – ein schwieriger Fall

Snapchat-Journalismus 1

Liebe Leserinnen und Leser,

Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat angekündigt, nach Deutschland zu kommen, um sich persönlich den Fragen von Facebook-Nutzern zu stellen. Infos zum exakten Zeitpunkt und genauere Details zum Ablauf des Besuchs gibt es noch nicht. Doch in dem avisierten „Townhall Meeting“ wird sich Zuckerberg wohl auch Kritik an Facebook anhören dürfen.

Dennoch wächst die Bedeutung des Netzwerks auch in Deutschland stetig. 27 Millionen Menschen sind hierzulande auf der Plattform aktiv. Hinzu kommen neun Millionen deutsche Nutzer der Foto-App Instagram, die zum Facebook-Imperium gehört. Soziale Netzwerke sind aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Sie verändern sich, entwickeln sich weiter, passen sich an. Und sie haben Einfluss auf unseren Alltag, das soziale Miteinander und die Art der Kommunikation. Der OSK Weekly hat in dieser Woche daher einen Social-Media-Schwerpunkt. Eines der Themen: Ist Snapchat für den Journalismus geeignet oder nicht?

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//“Ich glaube daran, dass sich gute Geschichten durchsetzen werden” – Juliane Leopold zur Zukunft des Journalismus

© Caroline Pitzke

Für viele wird es eine Überraschung gewesen sein, als Juliane Leopold aufhörte, für die ZEIT zu arbeiten, und zu BuzzFeed wechselte – von einem Medium, das in Deutschland für den Begriff „Qualitätsjournalismus“ steht, zu einer Seite, die in großen Teilen auf Unterhaltung setzt. Die Journalistin ist sich aber sicher, dass sich die Mediennutzung der Leser verändert: „Inhalte müssen so gestaltet sein, dass sie sich problemlos in das Kommunikations- und Mediennutzungsverhalten von Nutzerinnen und Nutzern integrieren können. Dieses findet jetzt schon immer mehr auf den sozialen Medien und in Instant Messengern statt.“ Und auf diese Kanäle setzt Buzzfeed mit seinen Inhalten. Bekannt wurde die US-Seite vor allem für ihre schnell konsumierbaren Online-Inhalte, eine Mischung aus bewegten Bildern (GIFs), süßen Tierfotos, lustigen Videos und allem, was mit Katzen zu tun hat. Außerdem sind die sogenannten „Listicles“ sehr präsent. Das sind Beiträge, die aus Listen bestehen wie zum Beispiel „25 Dinge, die nur Menschen kennen, die älter als 30 Jahre alt sind“. Und das Konzept scheint erfolgreich zu sein: Unternehmensangaben zufolge hat die Seite monatlich weltweit über 200 Millionen Besucher. In einer Mail von Gründer Jonah Peretti an alle Mitarbeiter im November 2014 sprach er von einem erreichten Umsatz von 100 Millionen Dollar. Mittlerweile betreibt das Portal auch ernsthaften Nachrichten-Journalismus. 2014 entschied das Unternehmen sich, auch den deutschen Markt zu erobern. Im Juli war klar: Juliane Leopold wird Gründungs-Chefredakteurin – und das, obwohl sie in einem Interview mit medium sagt, gar kein Katzen-Typ zu sein. Zuvor Social-Media-Redakteurin bei ZEIT ONLINE, gab sie die neue Stelle standesgemäß per Twitter bekannt.


Leopold studierte Publizistik und Kommunikationswissenschaft auf Magister an der FU Berlin. Abschlussnote 1,1 (Zitat: „Ja, ich habe Strebertendenzen!“). Es folgten Stationen bei der Neuen Zürcher Zeitung, der ZEIT und ZEIT ONLINE. Außerdem schreibt sie für den Blog kleinerdrei, der für den Grimme Online Award 2014 nominiert war. Mitte 2014 dann der Wechsel zu Buzzfeed, im September folgte der erste Beitrag der deutschen Ausgabe. Derzeit konzentriert sich das kleine Team noch auf humorvolle, unterhaltende Artikel. Beim Preis “Journalisten des Jahres 2014” wählte das medium magazin Juliane Leopold vor Kurzem auf Platz zwei der Top Drei Newcomer des Jahres. Im Interview spricht Juliane Leopold darüber, warum die Homepage als Zugangsportal an Bedeutung verliert und wieso Demut und Humor für Redakteure wichtig sind.

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