//KW 45 – Roboterjournalismus kann den Menschen nicht ersetzen

WEEKLY TITELBILD_KW45 - Roboterjournalismus

Liebe Leserinnen und Leser,

die Gründer eines Münchner Start-ups wollen dem Reportermangel in den unteren Fußball-Ligen mit einer Smart-App entgegenwirken, die einfache Berichte von Fußballspielen auf Knopfdruck erstellt. Die Anwendung ist ein Beispiel für den sogenannten Roboterjournalismus, bei dem Computer die menschlichen Reporter bei ihrer Arbeit unterstützen oder sogar ersetzen sollen. So nutzen viele Verlage und Medienhäuser inzwischen Software und Algorithmen, um Wetterberichte automatisiert zu erstellen oder Veränderungen von Aktienkursen zu beschreiben. In unserem aktuellen Newsletter haben wir den Stand der Entwicklung zum Thema „Roboterjournalismus“ zusammengefasst und wagen einen Ausblick in die nähere Zukunft.

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//“Das Internet ist eine Hydra” – Richard Gutjahr über den Medienwandel

Titelbild 2 Richard Gutjahr

Alte gegen neue Medienwelt – das ist der Kampf, der noch immer in den Köpfen vieler Journalisten ausgetragen wird. Dass dieses „Gegeneinander“ keine Notwendigkeit ist, sondern ebenso gut ein „Miteinander“ sein kann, beweist Richard Gutjahr. Der Journalist und Blogger vereint beide Welten. Auf der einen Seite in den klassischen Medien ausgebildet, arbeitet er unter anderem als freier Mitarbeiter für die ARD, moderiert Nachrichten- und Magazinsendungen beim BR und WDR. Auf der anderen Seite ist Richard Gutjahr im Netz und den sozialen Medien zu Hause. Er gehörte in Deutschland zu den ersten Journalisten, die sich intensiv mit Snapchat auseinandergesetzt haben. Der Medienexperte nutzt die App aktiv als Kommunikationskanal, sein Smartphone hat er immer griffbereit. Vor dem Interview ergibt sich auf unserer Dachterrasse die Gelegenheit eines Schnappschusses vom Kölner Dom. „Wow, tolle Aussicht! Das teile ich kurz mit meiner Community“, erklärt Gutjahr und zückt das Handy.

Doch er weiß genauso gut, wann die neuen Netzwerke nicht der richtige Verbreitungsweg sind. Als Gutjahr Zeuge des Anschlags in Nizza wird, hält er die Geschehnisse mit seiner Kamera fest und stellt die Bilder anschließend der ARD und anderen Medien kostenlos zur Verfügung. Obwohl er andere Journalisten in Livestreaming und Mobile Reporting ausbildet, verzichtet Richard Gutjahr an dem Abend bewusst auf einen Livestream und überlässt die Auswahl der Bilder den Heimatredaktionen. „Ich sah mich in der Situation nicht in der Lage, eine Entscheidung von solcher Tragweite allein treffen zu können.“

Im OSK-Interview spricht Richard Gutjahr über die Bedeutung der sozialen Netzwerke für den Journalismus und erklärt, warum Facebook immer das Steuer in der Hand hält.

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//KW 46 – Facebooks Rolle bei der Präsidentschaftswahl in den USA

kw-46-weekly-US-Präsidentschaftswahl-Titel

Liebe Leserinnen und Leser,

Facebooks Algorithmus hat die US-Präsidentschaftswahl 2016 beeinflusst – mit diesem Vorwurf sah sich Mark Zuckerberg in den vergangenen Tagen konfrontiert. Kritiker behaupten, die User, also die Wähler, wären von Fake-News beeinflusst worden, die über das soziale Netzwerk verbreitet wurden. Während Zuckerberg dies weiterhin vehement abstreitet, gab Facebook diese Woche gleichzeitig bekannt, sich stärker gegen Falschmeldungen einsetzen zu wollen. Aus aktuellem Anlass ist die Gatekeeper-Funktion des sozialen Netzwerks diese Woche Thema unseres Newsletters.

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//Virtual Reality als Beweisstück im Journalismus

Virtual Reality 1

Meterhohe Stahlwände, überall rot blinkende Schalter und Hebel, zu meiner Rechten ein abgrundtiefer Schacht – und es liegt in meinen Händen, die Welt vor einer nuklearen Katastrophe zu bewahren. Mit zittrigen Händen trage ich den atomaren Kern durch den Reaktorraum, um ihn zu sichern. Beinahe hätte ich ihn fallen lassen. Die Uhr tickt. Doch nach ein paar Minuten ist die Mission erfolgreich abgeschlossen. Ich atme tief durch, setze die VR-Brille ab, verlasse die Virtual Reality und kehre zurück in die Congress Hall der Koelnmesse.

Auf der Konferenz digility (22.–23. September) drehte sich zwei Tage lang alles um die virtuelle Realität. VR-Experten aus der ganzen Welt trafen sich in Köln, um sich über Virtual and Augmented Reality auszutauschen. Mich interessierte besonders ein Thema: Welche Chancen bietet diese Technologie dem Journalismus? Was muss geschehen, damit sie sich als Storytelling-Tool durchsetzt? Nachdem ich meine erste VR-Erfahrung hinter mich gebracht und die Welt gerettet hatte, war ich bereit, dieser Frage auf den Grund zu gehen. Denn über Virtual Reality zu schreiben, ohne es ausprobiert zu haben – das ist unmöglich.

Über Virtual Reality zu schreiben, ohne es ausprobiert zu haben – das ist unmöglich. via @OSK_Germany Click To Tweet

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//Snapchat-Überblick – Teil 6: Wenn Journalisten zu Snapchattern werden

Snapchat-Überblick 6 Titel

Gerade haben sich Redaktionen mit WhatsApp angefreundet, da folgt mit Snapchat schon die nächste App. Eine, mit der Fotos und Videos verschickt werden, die nur für einen kurzen Zeitraum sichtbar sind und dann verschwinden. So etwas Hektisches ist für den Journalismus doch total ungeeignet – oder? Weit gefehlt. Große wie kleine Medien, aber auch freie Journalisten sehen Potenzial und wollen mit eigenen Konzepten an die junge Zielgruppe herantreten. Mehr dazu in unserem Snapchat-Überblick Teil 6.

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//KW 21 – Viralität versus Qualität: Der Trend geht zur Unterhaltung

Liebe Leserinnen und Leser,

die Vielfalt der medialen Angebote und die Menge der damit verbundenen Themen nehmen stetig zu. Hier einen Überblick zu behalten ist fast unmöglich. Der einzige Weg, der Informationsflut Herr zu werden und spannende News und Trends der Branche zu überblicken, sind Verständnistiefe und Einordnung in den Gesamtkontext. Vor diesem Hintergrund haben wir das Konzept des OSK Weekly modifiziert. Er wird künftig als monothematischer Newsletter in Ihrem digitalen Postfach landen und Ihnen einen Überblick zu einem aktuellen Top-Thema liefern, statt verschiedene aktuelle Themenaspekte zu streifen.

In den vergangenen Tagen beherrschte ein Thema die sozialen Netzwerke: das Video einer Frau mit Chewbacca-Maske.

It’s the simple joys in life….

Posted by Candace Payne on Thursday, May 19, 2016

Es wurde geteilt, geliked und ist mit über 150 Millionen Klicks das bisher erfolgreichste Video, seit Facebook Live existiert (Stand 27.05.2016). Spitzenreiter davor: der Wassermelonen-Buzzfeed-Hit von April 2016. Mit diesen Reichweiten können journalistische und qualitativ hochwertige Medieninhalte nicht mithalten. Das Netz fördert die nicht-journalistischen Inhalte wesentlich mehr als den journalistischen, aufwändig aufbereiteten Content. Doch woran liegt das? Warum ist diese Entwicklung „nicht ohne“, und welche Rolle spielen dabei Plattformen im Vergleich zu den Unternehmens-Websites? Und nicht zuletzt: Was bedeutet das alles für die Markenwelt? Anders ausgedrückt: Was hat die Frau mit der Chewbacca-Maske, was der klassische Journalismus nicht hat?

Mit genau diesen Fragen setzt sich der aktuelle OSK Weekly auseinander. Viel Spaß beim Lesen!

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//KW 17 – Springer-Chef Döpfner: “In der Natur des Online-Mediums liegen nur Vorteile”

OSK Weekly 17 Titel Döpfner

Liebe Leserinnen und Leser,

mit Facebook Live und Twitters Periscope sind bereits zwei Livestreaming-Dienste fest etabliert. Dies machen sich immer mehr Unternehmen zunutze, denn Live-Ereignisse erzielen eine besonders hohe Aufmerksamkeit. „Wer Live-Ereignisse verfolgt, der will jetzt dabei sein, nichts verpassen und konzentriert sich voll darauf“, erklärt Andreas Moring in seinem Artikel auf Horizont. Konzentrierte User sind empfänglicher für Inhalte und Botschaften. Und für effektive Kommunikation, die wirkt, geben Kunden am liebsten ihr Budget aus. Ein weiterer Vorteil sei die Zielgenauigkeit. Moring erklärt es so: „Diejenigen, die sich die Mühe machen, ein bestimmtes Ereignis live zu verfolgen, sind auch wirklich an dem Thema interessiert.“

Thematisch passende Anzeigen sind für den Zuschauer ebenfalls interessant und werden als nützlich wahrgenommen, während User traditionelle Online-Formate wie Banner, Interstitials oder Overlays häufig „aussperren“. Damit können Live-Streamings auch ein sehr gutes und effizientes Werbeumfeld sein.

Unser Newsletter kommt diese Woche mit vier weiteren, spannenden Themen aus der Medienwelt. Viel Spaß beim Lesen!

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//Roboterjournalismus – ist die Maschine Feind oder Freund des Redakteurs?

Roboterjournalismus Titel

Montagmorgen, 10:30 Uhr.  Die Redaktionsrunde versammelt sich um den großen Tisch im Konferenzraum. Für den kommenden Tag gibt es viele neue Themen. Der Chefredakteur nimmt einen letzten Schluck aus seiner Kaffeetasse und eröffnet die Runde. 15 blankpolierte Roboterjournalisten funkeln mit ihren roten Roboteraugen und spitzen aufmerksam die Roboterohren. „R2000, Wetterbericht. R2001, Börse. R2002, Bundesliga.“ Beep, beep. Schon tippen sie mit flinken Roboterfingern los. Roboterjournalismus!

Dieses Szenario ist natürlich frei erfunden. Reine Zukunftsmusik ist es jedoch nicht, wobei der Begriff „Roboter“ nicht wortwörtlich genommen werden sollte. Schon heute werden Texte vollautomatisch ohne menschliches Zutun geschrieben. Semantisches Publizieren, das in den Medien oftmals unter dem Begriff „Roboterjournalismus“ auftaucht, ist das Zauberwort. Experten weltweit sind sich einig: Schreibende Software hat das Potenzial, sich langfristig in der Medienlandschaft zu etablieren.

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//„Guter Journalismus braucht Zeit“ – Antoine Genton zur Zukunft des Journalismus

© iTELE/Stéphane GrangierAntoine Genton lebt für den Journalismus. Als Nachrichtenmoderator für den französischen TV-Sender iTélé verantwortet der 37-Jährige eine ganze Bandbreite an Programminhalten. Immer ist er auf der Suche nach neuen Geschichten und verlässlichen Quellen. Sein großer Wissensdurst und eine unstillbare Neugier machten es für den Franzosen schier unmöglich, etwas anderes als eine journalistische Karriere zu verfolgen. Nach drei Jahren Literaturstudium und einem Masterabschluss in zeitgenössischer Geschichte besuchte Genton die Straßburger Journalistenschule, eine der renommiertesten Institutionen Frankreichs. Nach dem Studium zog es ihn zunächst zum Radio, wo er zum waschechten Nachrichtenjournalisten ausgebildet wurde. Nachdem er neun Jahre lang für die großen Informationssender des Landes gearbeitet hatte – darunter France Info, France Inter und RFI – beschloss Genton, sich dem Fernsehen zu widmen. Seit 2012 moderiert er bei iTélé. Im Gespräch mit OSK erklärt er, wieso das anziehende Tempo im Nachrichtenjournalismus eine Gefahr für die Branche ist und wieso es bei TV-Nachrichten auch ums Aussehen geht.

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//Perspective Daily – der nächste Schritt im Journalismus?

Perspective Daily ist eine neue journalistische Plattform, die derzeit durch die Medienlandschaft geistert. Mit einigen aufmerksamkeitsstarken Auftritten, z.B. in der Talkshow „Schulz und Böhmermann“, werben die Macher um Unterstützung für ihre Sache. David Korte hat sich mit Dr. Maren Urner und Han Langeslag aus dem Gründungsteam von Perspective Daily getroffen und sie zu ihrem Vorhaben befragt.

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