//Vom Werbefilm zum Blockbuster: Hollywood-Regisseur Aleksander Bach im Interview

In Berlin, eine Woche vor der Premiere seines ersten Blockbusters „Agent 47“ sprach OSK-Autor David Korte mit Aleksander Bach, einem der aktuell angesagtesten deutsch-polnischen Regisseure in Hollywood. Der gelernte Werbefilmer hat geschafft, wovon viele nur träumen: bei einer Hollywood-Produktion Regie führen. Der Grundstein für seinen Erfolg war die Arbeit für das Internationale Rote Kreuz. Durch diesen Film wurde das Studio 20th Century Fox aufmerksam auf den Mann, der mit einem guten Gespür für das richtige Zusammenspiel von Geschichte, Musik und Bild hoch emotionale Werke zu zaubern vermag. Wie alles angefangen hat, wie er nach Hollywood kam und was Werbe- und Kinoproduktionen gemeinsam haben, erzählt der frisch gebackene Hollywood-Mann im Interview.

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//Interview mit Paul Ripke: „Sei bereit, in Dinge zu investieren, es kommt irgendwann zu dir zurück“

„Fotograf ist der schönste Beruf der Welt“, sagt Paul Ripke, der mit seinem Fotobuch „One night in Rio“ über das Fußball-WM-Finale 2014 bekannt wurde. Eine Ausbildung als Fotograf hat Paul nicht, von einem Studium ganz zu schweigen. Paul Ripke (34) hat die Fotografie lange Zeit als Hobby betrieben, mit dem er fast nichts verdiente. Seinen Lebensunterhalt finanzierte er sich als Jugend-Trainer in einem Hamburger Hockeyclub. Aber wie das Leben so spielt: Dabei lernte er den Besitzer eines großen Textilunternehmens kennen, der einen Fotograf suchte. Ripkes Karrierestart als Fotograf. Continue reading

//„Der Durchschnitt wird unter Druck geraten“ – Sebastian Turner zur Zukunft des Journalismus

sebastian-turner-kleinUnternehmer, Gründer des medium magazins, ehemaliger Oberbürgermeisterkandidat von Stuttgart – das alles sind Stationen im Leben von Sebastian Turner. Er ist es auch, der hinter der Wiederbelebung des bekannten FAZ-Claims „Dahinter steckt immer ein kluger Kopf“ steht. Seit Anfang 2014 ist Turner Gesellschafter und – neben ZEIT-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo – Herausgeber des Tagesspiegel in Berlin. Der 49-Jährige erwarb zum 1. Januar 2014 zwanzig Prozent der Gesellschaftsanteile an der Tagesspiegel-Gruppe (GMZ) und ist nun Teil des hart umkämpften Berliner Tageszeitungsmarkts. Eine Herausforderung für Turner, denn die Auflagen der Berliner Blätter sinken seit Jahren, dazu kommt das „vergleichsweise niedrige Haushaltseinkommen der Hauptstädter“, wie Spiegel Online schreibt. Turner erkannte, dass der Tagesspiegel ein erweitertes Konzept braucht: „Durch die Digitalisierung haben die Leser alles ständig verfügbar. Da braucht uns am Ende kein Mensch mehr, wenn wir nichts Eigenes und Besonderes bieten.“ Das Vorhaben: Der Tagesspiegel soll den beiden großen Premium-Entscheidergruppen in der Hauptstadt, der Bundespolitik und den bundesweiten Meinungsbildnern, mehr bieten. Ein Konzept, das aufzugehen scheint. Der Tagesspiegel ist laut Turner erstmals die auflagenstärkste Qualitätszeitung in Berlin und gewinnt deutlich an Reichweite. Im OSK-Interview zur Zukunft des Journalismus zeigt sich, dass er immer noch derselben Meinung ist, wenn es darum geht, dass Medien sich der Schnelllebigkeit des Netzes anpassen müssen: „Durchsetzen wird sich das Schnelle und das Gute, unter Druck kommt das Langsame und das Durchschnittliche.“ Außerdem geht Sebastian Turner auf die Rolle ein, die der Fortschritt der Technik zukünftig für Redakteure spielen wird.

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//„Das Smartphone muss der beste Freund des Journalisten werden“ – Henrik Neumann zur Zukunft des Journalismus

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© Marten Berg„Bespuckt, beschimpft, beleidigt“ – so beschreibt Henrik Neumann seine Erfahrungen, die er während seiner Arbeit für DIE WELT als Video-Journalist gesammelt hat. Oft sei er auf Widerstand gestoßen, von Menschen, denen seine hintergründige Berichterstattung nicht passte. Passiert ist das dem Redakteur seit seinem Start bei DIE WELT im Januar 2014 häufig genug. Doch gerade bei Geschichten, die sich wirklich lohnen, sei er bisher immer auf Gegenwehr gestoßen. Dies habe ihm gezeigt, dass er auf der richtigen Spur sei. „Manchmal muss es weh tun, bis Menschen dir erzählen, was ihnen weh tut“, so der Journalist.

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//„Kluge Leute kennen weitere kluge Leute“ – Interview mit Alexandra Kolleth von LinkedIn

2003 in den USA als Karriere-Netzwerk gegründet, sammelt LinkedIn auch in Deutschland immer mehr Anhänger und macht seinem deutschen Mitbewerber Xing zunehmend Konkurrenz. Xing meldete im Januar acht Millionen Nutzer im deutschsprachigen Raum, LinkedIn erreichte Anfang des Jahres die Marke von sechs Millionen. In sieben Monaten wuchs das Netzwerk hier damit um eine Million Nutzer. Xing legte ebenfalls zu, allerdings nicht ganz so schnell wie der Mitbewerber. Weltweit ist LinkedIn mit über 347 Millionen Mitgliedern unangefochtener Marktführer, Xing hat insgesamt 15 Millionen User. Für Unternehmen wird LinkedIn neben seinem ursprünglichen Karriere-Dienst und Netzwerk-Charakter immer interessanter, weil die Seite sich verstärkt zum Anbieter von Inhalten entwickelt. Mit seinem Influencers-Programm hat das Social Network eine Blogging-Funktion für führende Meinungsbildner wie etwa Richard Branson und Bill Gates eingeführt. Schritt für Schritt soll die Funktion für jeden Nutzer zugänglich werden – Unternehmens-Seiten hingegen sollen nicht bloggen können. Wir haben mit Alexandra Kolleth, Head of Marketing Solutions DACH bei LinkedIn, gesprochen und sie unter anderem nach Ratschlägen für gute Unternehms-Profile gefragt.
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//“Man muss einen Weg finden, als Journalist relevant zu sein” – Susann Hoffmann und Nora-Vanessa Wohlert zur Zukunft des Journalismus

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Die Idee sei in einem Bahnhofs-Zeitschriftenladen entstanden. „Man ist am Bahnhof, steht vorm Zeitschriftenregal und wählt eine Kombination aus Cosmopolitan, Myself oder Gala und Manager Magazin, Brand Eins oder Handelsblatt. Irgendwas dazwischen hat gefehlt“, erinnert sich Susann Hoffmann (Foto oben). Eben die weibliche Perspektive auf Wirtschafts- und Karrierethemen – das heißt ein Online-Hub für Frauen, die sich beruflich verwirklichen wollen. Die Lösung nennen Hoffmann und ihre Kollegin Nora-Vanessa Wohlert EDITION F. Die beiden Frauen sind die Gründerinnen der Business-Lifestyle-Plattform, die im Mai 2014 online ging. „Wir sind selbst Teil der Zielgruppe – Frauen, die gut ausgebildet sind und mehr wollen: im Job und im Leben“, so Hoffmann. Es heißt, die Nachfrage bestimme das Angebot. „In diesem Fall musste man das Angebot selbst schaffen, was durchaus eine Herausforderung und ein großes Risiko für uns darstellte“, gesteht Mitgründerin Wohlert.

Bei der Idee zu EDITION F seien sich beide sicher gewesen, dass sie jedes Risiko wert war. Der Sprung ins kalte Wasser werde nicht angenehmer, wenn man länger warte. Daher entschieden Wohlert und Hoffmann sich für einen klaren Schnitt vom alten Jobleben. Nora-Vanessa Wohlert machte vor ihrer Zeit bei EDITION F ein Redaktions-Volontariat bei fischerAppelt, relations und arbeitete als Business Analyst bei Roland Berger. Danach war sie über zwei Jahre Redaktionsleiterin bei Gründerszene, dem Onlinemagazin für die Start-up-Szene und die digitale Wirtschaft in Deutschland. Susann Hoffmann war mehr als vier Jahre Strategie- und PR-Beraterin bei Scholz & Friends. Ab Anfang 2013 leitete sie den Aufbau der Kommunikationsabteilung des Fachverlags Vertical Media, zu dem auch Gründerszene gehört. Dort arbeitete Hoffmann zusammen mit ihrer Mitgründerin. Ein idealer Arbeitsplatz, um gemeinsam Wissen über die Erfolgsfaktoren und Herausforderungen von Neugründungen zu sammeln. Im September 2013 starteten sie schließlich ihren Weg in die Selbstständigkeit. „Mit einer weißen Seite in Word und dem Freiraum, Edition F entstehen zu lassen.“

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//“Unser Publikum zieht sich immer weiter in seine Timelines zurück” – Dennis Horn zur Zukunft des Journalismus

Dennis Horn Geht es nach Dennis Horn, verändert sich der Journalismus in den nächsten Jahren zwar nicht völlig, aber es wird sich viel Spannendes in den Redaktionen tun: „Ich glaube nicht, dass die Welt in fünf Jahren ganz anders aussehen wird als heute. Wir werden aber eine ganze Reihe weiterer Experimente erlebt haben.“ Früh entdeckte der Moderator, Redakteur und Autor sein Interesse an der digitalen Welt – schon während seiner Schulzeit programmierte und baute er Websites. „Die Initialzündung waren die Computerspiele, die mein Onkel Ende der 80er auf seinem Amstrad PC8086 installiert hatte.“ Sein weiterer Weg war im wahrsten Sinne des Wortes vorprogrammiert. Dennis Horns journalistischer Schwerpunkt liegt auf technischen und digitalen Themen. Direkt nach dem Abitur ging er zu 1LIVE, volontierte dann beim Neusser Radiosender NE-WS 89.4, war beim Hessischen Rundfunk tätig und moderierte die Frühsendung bei Antenne Düsseldorf. Heute teilt der 33-Jährige sein Wissen in „Digitalistan“, einem eigenen Format für Techthemen im WDR. Als Techjournalist ist Dennis Horn Experte für digitale Themen bei den Öffentlich-Rechtlichen. Seit zehn Jahren ist er außerdem als Redakteur, Reporter und Moderator bei der ARD beschäftigt. Von sich selbst sagt er, dass er sich dabei als Schnittstelle zwischen Hörfunk, Fernsehen und Online sieht. Besonders vor dem Netz hätten viele Menschen nach Horns Meinung noch immer Angst. Er wünscht sich, dass diese Furcht nachlässt – dann könne man mit Spaß die Möglichkeiten des Webs ergründen. Und das Potenzial liegt für Horn klar auf der Hand: „Es gibt für mich keine bessere tägliche Infoquelle als Twitter.“ Bei seinen Recherchen sind die sozialen Netzwerke demnach unerlässlich. Gleichzeitig seien die sozialen Netzwerke ideal, um das Publikum zu erreichen und für die eigenen Botschaften zu gewinnen. Im Interview erklärt Dennis Horn, warum er ein Problem mit dem Begriff „Qualitätsjournalismus“ hat und warum journalistisches Handwerk allein zukünftig nicht mehr ausreichen wird.

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//“Verlage müssen viel stärker wie IT-Unternehmen denken” – Torsten Beeck zur Zukunft des Journalismus

Niddal Salah-Eldin „Wenn wir über News reden, dürfen wir eigentlich nur noch über Mobil nachdenken, denn dort finden Nachrichten zukünftig statt“, meint Torsten Beeck, seit Ende 2014 Leiter Social Media bei Spiegel Online. Der 36-Jährige bezeichnet sich selbst als „News-Junkie“, den man nie ohne Smartphone sieht – obwohl er ungern telefoniert. Für Beeck war es tatsächlich ein einzelner Tweet, der den Startschuss für sein Interesse an Social Media setzte: „Mercedes Bunz twitterte, dass Google ein eigenes Betriebssystem angekündigt habe. Ich saß in der U-Bahn auf dem Weg zur Arbeit, und in deutschen Medien gab es dazu einfach nichts. Das fand ich spannend.“ Eine Leidenschaft, die er inzwischen mit seinem Beruf vereint hat. Beeck sagt, dass soziale Medien für ihn eine erstklassige Fundgrube für spannende Inhalte seien und zugleich als wichtige Distributionskanäle dienen. Zudem ermöglichten sie eine noch intensivere Verbindung zum Leser sowie einen zusätzlichen Informationskontext zu einer aktuellen Nachrichtenlage – zwei Punkte, die nach Meinung des Journalisten in der Branche künftig immer wichtiger werden. Beeck studierte Rechtswissenschaft sowie Politics & Organisation in Hamburg und Hagen, wurde später bei der Computer Bild Leiter im Ressort Unterhaltungs-Elektronik. Schon bevor er zu Spiegel Online wechselte, sammelte er als Leiter der „Social Media und Community“-Abteilung bei Bild Erfahrung in der Arbeit mit den sozialen Netzwerken. Bei Spiegel Online betreut der Netzexperte die Social-Media-Kanäle und beobachtet, was sich im Netz tut. Im Interview erklärt Torsten Beeck, wie wichtig es ist, Nachrichten für unterschiedliche Kanäle zu zuzuschneiden, und an welcher anderen Branche sich der Journalismus ein Beispiel nehmen kann.

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//“Raus aus der Filterbubble! ” – Niddal Salah-Eldin zur Zukunft des Journalismus

Niddal Salah-Eldin „Die Zukunft des Journalismus ist nicht, dass man über die Gegenwart des Journalismus jammert.“ Sie sei begeisterte Netzbewohnerin mit einem Faible für Popkultur, Social Media und TV, sagt Niddal Salah-Eldin über sich selbst. Und obwohl ihr erster Tag im Netz schon lange zurückliegt – es war der 1. Juni 1998 – erinnert sie sich noch genau daran. Damals begann ihre Leidenschaft fürs Web, heute ist Salah-Eldin Redakteurin im Bereich Social Media bei der „Welt“. „Die Themen Social und Mobile werden immer wichtiger, gerade auch, was Video angeht“, ist die 29-Jährige sich sicher. Niddal Salah-Eldin stieß Ende vergangenen Jahres zur Redaktion. Die studierte Publizistik- und Politikwissenschaftlerin hat während des Studiums unter anderem für das ZDF, CNN, RTL, Phoenix und den Spiegel gearbeitet. Doch auch den Blick auf die andere Seite des Schreibtisches hat sie während ihrer Arbeit für eine Agentur gewagt. Dort beschäftigte sie sich intensiv mit digitalen Trends und Social Media. Im Interview erklärt sie uns – wenn auch nicht als Sprecherin der Welt-Redaktion, sondern als Privatperson –, welche Entwicklung dem Journalismus schadet und inwiefern die aktuellen Nutzungsverhalten der User in der Ausgestaltung der Medienangebote, vor allem im Bereich Social und Mobile, immer wichtiger werden

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//” Was Qualitätsjournalismus ist, liegt im Auge der Leser” – Florian Blaschke zur Zukunft des Journalismus

florian_blaschke „Meine erste Anlaufstellen sind seit Jahren schon Twitter und mein Feedreader. Die Twitter-Timeline und Blogs, aber auch andere Nachrichtenseiten sind oft Anstoß oder Ideengeber für eine Geschichte“, erklärt Florian Blaschke. Im März 2014 löschte er seinen Facebook-Account, weil er wieder die Hoheit über seine persönlichen Daten zurückerlangen wollte. Unter dem Arbeitstitel „Reclaim your data“ entwickelte er systematisch ein Konzept, wie er seine persönlichen Daten besser kontrollieren und schützen kann. Seitdem sind seine Social-Media-Aktivitäten aber keinesfalls weniger geworden, sondern haben sich stattdessen stärker auf andere Plattformen wie beispielsweise Twitter und Ello verlagert. Blaschke ist gelernter Journalist mit Schwerpunkt Technologie, Medien und Wirtschaft. Nach Stationen in Bonn und Leipzig, wo er als Redakteur und Leiter des Medienressorts das Nachrichtenportal news.de mit aufgebaut hat, zog es ihn 2013 nach Hannover. Dort arbeitet er zurzeit als Redaktionsleiter für das Technik-Magazin t3n. Außerdem bloggt er auf trotzendorff.de und Twitter. Im Interview erklärt er, warum Twitter für seine tägliche Arbeit so wichtig ist und warum er in der Plattform YouTube weiterhin einen wichtigen Treiber für die Veränderung der Medienlandschaft sieht.

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