//KW 16 – F8: Facebook möchte uns ins Gehirn schauen

KW16Overview - F8

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Liebe Leserinnen und Leser,

Facebook hat auf seiner jährlichen Entwicklerkonferenz F8 am 18. und 19. April seine Ideen für die Zukunft der Kommunikation vorgestellt. Unter anderem ging es auf der Veranstaltung im kalifornischen San Jose um die Möglichkeit, per Gedankenkraft zu schreiben. Welche anderen Neuigkeiten die Mutter aller sozialen Netzwerke zeigte, erklären wir im Newsletter.

Viel Spaß beim Lesen!

Freunde treffen in der virtuellen Realität

Facebook prescht bei Virtual Reality (VR) voran. Die VR-App Facebook Spaces wurde überarbeitet und steht nun als Betaversion der Allgemeinheit zur Verfügung. Nutzer der VR-Brille Oculus Rift und des Facebook-Messengers können sich ab sofort in virtuellen Szenerien treffen, berichtet Heise-online-Autor Jo Bager. Laut Rachel Franklin, Facebook-Chefin der Abteilung Social VR, habe VR das Potenzial, die intensivsten Gemeinschaftserlebnisse zu ermöglichen. Die neue Version ermöglicht Nutzern, sich auf Basis eigener Facebook-Fotos noch persönlichere Avatare zu geben. Die Avatare können sich dann mit maximal drei Freunden in virtuellen Welten verabreden: zum Spielen, Musikhören oder um die virtuelle Welt zu erkunden. „Spaces soll das soziale Netzwerken auf eine neue Ebene hieven“, so Bager.

Facebook will Gedanken lesen

Texte nicht schreiben, sondern denken – Facebook forscht an einer Technik, mit der das möglich sein soll. Es gehe zum Beispiel um die Möglichkeit, einem Freund eine Textnachricht zu schicken, ohne dafür das Smartphone herausholen zu müssen, sagte Facebook-Managerin Regina Dugan am zweiten Tag der F8. Das aktuelle Ziel sei, auf 100 Worte pro Minute zu kommen. Dies könne in einigen Jahren erreicht werden. Für einen massenhaften Einsatz der Technik müsste es sehr empfindliche Sensoren auf der Oberfläche des Kopfs geben, welche die Gehirnaktivität „Hunderttausende Male pro Sekunde auf den Millimeter genau“ überwachen. „So eine Technik existiert heute nicht. Wir werden sie erfinden müssen“, sagte Dugan.

Augmented Reality: Neue Plattform oder überbewertetes Projekt?

Weniger Text und dafür mehr Fotos und Videos – das ist der Trend bei Facebook. Augmented Reality ist die Antwort auf diese Entwicklung: In die physische Welt werden digitale Elemente eingeblendet. Auf der F8-Konferenz erklärte Facebook-Chef Mark Zuckerberg, dass das Netzwerk verstärkt in die erweiterte Realität investieren wolle, berichtet Johannes Kuhn auf Süddeutsche.de. „Wir sehen die Anfänge einer neuen Plattform“, zitiert Kuhn den CEO. Gleichzeitig gibt der Autor zu bedenken, dass Zuckerberg schon häufiger so gewagte Prognosen aufgestellt habe, um später die „hochgejazzten Projekte wieder zu beerdigen“. AR ist auch kommerziell relevant, weil Werbung eingeblendet werden kann oder sich neue Formen sozialer Echtzeit-Netzwerke entwickeln lassen, meint Kuhn.

Aufregung nach Mord-Posting

In Cleveland postete ein Mann am 16. April ein Video auf Facebook, in dem er einen Mord ankündigte. Dann stellte er den Clip der Tat online und streamte sein Geständnis live auf Facebook. Das Mordvideo war zwei bis drei Stunden online, bevor es entfernt wurde. Dafür wurde Facebook in den Medien kritisiert. Am ersten Tag der Entwicklerkonferenz nahm Zuckerberg dazu Stellung mit den Worten: „… wir werden alles dafür tun, um zu verhindern, dass Tragödien wie diese geschehen.“ Sehr ausführlich kommentiert Sascha Lobo auf Spiegel Online die Vorfälle. Er bezeichnet die Aufregung über Facebook als „bigott“. Lobo fordert eine neue Debatte: „Nicht Facebook, sondern wir, die Zivilgesellschaft, müssen abwägen, ob und bei welchen Gräueln der Welt die Nichtveröffentlichung schädlicher ist als die Veröffentlichung.“ In der Washington Post greift Margaret Sullivan Facebook scharf an. Die Autorin wirft Zuckerberg vor, sich nicht klar dazu zu bekennen, ein Medienunternehmen mit Verantwortung zu sein und keine Plattform. „Es gibt keinen Algorithmus für das Löschen von Inhalten und keine billige Art, dies von der Community oder unerfahrenen Mitarbeitern tun zu lassen“, zitiert die Autorin David Clinch von Storyful. Der Redaktionsdienstleister filtert, analysiert und verifiziert Beiträge, Fotos und Videos aus sozialen Medien.

Die Übersicht behalten: Mit OSK Weekly präsentieren wir einmal wöchentlich einen kompakten Überblick zu aktuellen Entwicklungen aus der Welt der Kommunikations- und Digitalbranche – mit spannenden, bemerkenswerten und wie wir finden teilenswerten Nachrichten aus den Bereichen PR, Marketing, Social Media & Co.

Online-Redakteur

Carsten Christian ist studierter Journalist und Kommunikationswissenschaftler, seinen Master-Abschluss hat er an der Uni Hamburg gemacht. Bevor er zur Agentur kam, war der Digital Native mehr als zwei Jahre für die Online- und Print-Ausgabe der Ruhr Nachrichten im Einsatz. Bei OSK arbeitet er als Online und Social Media-Redakteur, auf dem Agentur-Blog schreibt Carsten über den Medienwandel und Trends im Bereich Mobile und (Online-)Video. Privat verfolgt er Neuigkeiten in der Videospiel- und Gaming-Szene, schaut gerne Let's-Plays auf YouTube und greift auch selbst zu Maus und Gamepad.

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