//Carsharing 2.0 – spontan, flexibel und smart

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Ein eigenes Auto zu besitzen ist keineswegs out. 61 Prozent der Deutschen wünschen sich einen Wagen, der ihnen gehört, heißt es in einer GFK-Studie im Auftrag von AutoScout24. Nicht nur Menschen, die täglich längere Strecken zurücklegen müssen oder auf dem Land wohnen, wissen ihr persönliches Fahrzeug und die damit verbundene Individualmobilität zu schätzen. Dennoch wächst die Zahl der Carsharing-Nutzer hierzulande kontinuierlich. Ende 2013 verzeichnete der Bundesverband Carsharing bereits über 750.000 registrierte User von Carsharing-Angeboten. Das sind 67 Prozent mehr als im Vorjahr, darunter auch viele Menschen, die ein eigenes Auto besitzen. Zum Vergleich: Vor fünf Jahren waren es gerade einmal knapp über 100.000 Nutzer. Die Entwicklung wird getrieben durch die noch recht neuen, stationsunabhängigen Free-Floating-Angebote wie car2go, DriveNow und Multicity. Dank mobilem Internetzugang bieten diese Smart Mobility Services flexible und vor allem maximal spontane Alltagsmobilität und liegen damit genau am Puls der Zeit.

Free Floating Carsharing als sinnvolle Ergänzung zum eigenen Auto

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Free-Floating-Angebote sind bislang noch den Städtern vorbehalten. So können in Deutschland beispielsweise Kölner, Düsseldorfer, Stuttgarter, Ulmer, Hamburger, Münchener oder Berliner in einem vom Anbieter definierten Stadtgebiet Autos anmieten und wieder abstellen – unabhängig von festen Verleihstationen. Die Fahrzeuge werden mit speziellen Chipkarten geöffnet und wieder verschlossen. Bezahlt wird nach Fahrminuten oder optional nach Stunden- und Tagespauschalen. Parkgebühren, Reinigung und Treibstoffkosten sind bereits inklusive. Der Clou: Kosten entstehen nur dann, wenn man ein Fahrzeug wirklich nutzt. Es gibt keine monatlichen Grundgebühren oder Ähnliches. Lediglich eine einmalige Registrierungsgebühr ist fällig. Dadurch eignen sich die Fahrzeuge solcher Anbieter auch ideal als temporärer Zweit- oder Drittwagen für die kurzfristige Ergänzung des heimischen Fuhrparks. Das hat sich in ganz Europa herumgesprochen: Fast ein Viertel der Europäer würden das eigene Auto künftig gern mit gemieteten Wagen kombinieren. Aber nur sieben Prozent planen, ausschließlich auf Carsharing zu setzen.

Mobiles Internet pusht den Smart-Mobility-Trend

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Letztendlich ist die sprunghafte Verbreitung von Smartphones der eigentliche Treiber des Free Floating Carsharings. Denn mit internetfähigen mobilen Endgeräten ist ein unkompliziertes Online-Zahlungssystem möglich geworden. Und nur mit einem Smartphone können Nutzer das volle Potential an Spontanität, das Smart Mobility bietet, wirklich ausschöpfen. Mit den ausgeklügelten Mobile Apps der Anbieter findet sich auf einer Übersichtskarte fast immer ein freies Fahrzeug in zumutbarer Nähe – rund um die Uhr und von jedem Standort aus. Die Apps zeigen die Gehzeit und den kürzesten Weg von der aktuellen Position bis zum nächsten Fahrzeug an. Einsteigen, mit der vierstelligen PIN einloggen, und los geht‘s. Hier ein paar typische Anwendungsfälle für die neue Freiheit des Autofahrens, die auch für überzeugte Autobesitzer interessant sind:

Fall 1: Der Transfer zum Flughafen oder zurück in die Stadt

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Was Taxifahrer und Parkhausbetreiber an Flughäfen vielleicht mit Sorge beobachten, freut den Carsharing-Nutzer. Denn dieser kann mit der Smartphone App schnell das nächstgelegene Auto lokalisieren, und ab geht´s damit zum Flieger. Am Airport wird der Wagen kostenlos auf eigens reservierten Parkflächen der Anbieter abgestellt und steht wieder für andere Nutzer zur Verfügung. So startet man beispielsweise morgens aus der Düsseldorfer City zum Flughafen Düsseldorf, fliegt dann nach München, fährt dort mit einem Carsharing-Wagen in die Stadt und am nächsten Tag wieder zurück zum Flughafen. Der Rückflug nach NRW konnte aber nur zum Airport Köln-Bonn gebucht werden? Kein Problem, mit einem kleinen Preisaufschlag kann der Nutzer von dort mit dem Carsharing-Fahrzeug entspannt zurück nach Düsseldorf fahren – bis vor die eigene Haustür.

Fall 2: Mit dem Auto zur Party, aber nicht wieder zurück

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Gerade junge und jung gebliebene Leute kennen das Problem – die Location für die abendliche Party liegt am anderen Ende der Stadt und weit weg vom öffentlichen Nahverkehr. Man möchte abends ein Gläschen trinken oder auch zwei. Ein Taxi hin und zurück ist ganz schön teuer. Den eigenen Wagen will man aber über Nacht auch nicht dort stehen lassen. Free Floater fahren einfach mit dem gemieteten Auto hin und mit dem Taxi wieder zurück nach Hause. Die Kosten betragen in der Regel nicht einmal die Hälfte der Taxigebühren. Besonders clevere Nutzer refinanzieren die Fahrt ins Nachtleben: Wer ein Auto mit einem Tankinhalt von unter 25 Prozent leiht, kann es mit der im Fahrzeug befindlichen Tankkarte volltanken und bekommt dafür 20 Freiminuten geschenkt.

Fall 3: Shopping Tour in die City

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An einem Samstag mit dem eigenen Auto in die Innenstadt fahren und shoppen kann teuer und stressig werden, denn die Parkgebühren sind hoch und die Parkhäuser voll. Für den Preis einer Tagesparkgebühr können Nutzer in der Regel auch mit einem Carsharing-Auto zur gewünschten Einkaufsmeile und wieder zurück nach Hause fahren. Und mit den kleinen smarts von car2go finden „Querparker“ immer irgendwo eine Lücke.

Fall 4: Ein Tag im Cabrio mit Familie oder Freunden

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Wer selbst ein Cabrio besitzt, für den ist diese Option uninteressant. Für alle anderen stehen bei DriveNow Cabrios zur Verfügung. Bei einer 24-Stunden-Pauschale geteilt durch vier Insassen sind spontane Open-Air-Touren mit Freunden schon für unter 25 € pro Person möglich. Aber: Früh aufstehen ist bei schönem Wetter am Wochenende angesagt, denn die offenen Autos sind bei Sonnenschein besonders begehrt.

Fall 5: Trockene Heimfahrt bei Regenwetter

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Der Tag begann sonnig und man hat sich zu Fuß oder mit dem Rad zur Arbeit bewegt. Aber pünktlich zum Feierabend regnet es in Strömen. Schirm und Regenjacke? Fehlanzeige. Mit dem Sharecar gelangen Nutzer trotzdem trocken nach Hause. Auch während eines ausgiebigen Stadtbummels kann so ein Fahrzeug bei plötzlich einsetzendem Gewitter zum rettenden Trockenraum mit eingebauter Heimfahrkarte werden. Tipp: CarJump bündelt das Fahrzeug-Angebot mehrerer Anbieter in nur einer App. Wer die App hat und bei allen Anbietern registriert ist, findet also schneller ein freies Auto.

Fall 6: Testfahrt mit einem Elektroauto

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Autos mit reinem Elektroantrieb sind ein besonderes, fast geräuschloses und zudem umweltverträgliches Fahrerlebnis. Davon können sich Carsharing-Nutzer in immer mehr Städten selbst überzeugen. Dort bieten die Free-Floating-Anbieter neben Fahrzeugen mit Diesel- und Benzinantrieb auch Elektroautos an, wie zum Beispiel car2go in Stuttgart oder DriveNow in Berlin. Multicity, aktuell nur in Berlin vertreten, setzt sogar ausschließlich elektrisch angetriebene Fahrzeuge ein.

Fazit

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Free Floating Carsharing ist ein Trend, der durch die Möglichkeiten der mobilen Internet-Nutzung via Smartphone erst richtig Fahrt aufgenommen hat. Nur bei Stau sollte man besser nicht einsteigen, denn gezahlt wird nach Fahrzeit und nicht nach Kilometern. Wenn der Verkehr stockt, kann es also teuer werden. Da insbesondere car2go auch in vielen ausländischen Städten aktiv ist (z.B. Wien, Florenz, Amsterdam), können die Sharecars neuerdings für Mitglieder auch zu bequemen Stadt-Mietwagen auf Europareisen werden. Free Floating macht auch für Menschen Sinn und Spaß, die ein eigenes Auto besitzen, denn es bietet jederzeit spontane Mobilität zu transparenten Kosten bei gutem Komfort.

Dieser Artikel wurde vor mehr als einem Jahr veröffentlicht. Sein Inhalt ist möglicherweise nicht mehr aktuell.

Director Account Management

Thomas Georg ist Kommunikationswissenschaftler mit Marketing-Background und hat sich auf die Konzeption und Produktion moderner Content-Formate spezialisiert. Dabei setzt er auf crossmediale Kommunikationsansätze, die er für Kunden und Unternehmen aus der Automotive- und Technologiebranche entwickelt. Für den OSK Blog schreibt er über Trends und Herausforderungen bei Medien- und Content-Produktionen, berichtet über Neuigkeiten aus der Mobilitäts- und Technikwelt und kommentiert die aktuellen Veränderungen in der Kommunikation. Thomas Georg hat als leidenschaftlicher Mountainbiker bereits mehrfach die Alpen auf zwei Rädern passiert und ist Hobbyfotograf.

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