//“Unsere Zukunft liegt im Mobilen” – Martin Baron zur Zukunft des Journalismus

Martin Baron - swMobil oder gar nicht, lautet die Devise. „Wir produzieren nichts mehr für unsere Plattform, wenn es nicht auch im mobilen Netz funktioniert“, erklärt Martin „Marty“ Baron, Chefredakteur der Washington Post. Baron steuert die „Post“ seit 2013. Seitdem hat die Tageszeitung vier Pulitzer-Preise gewonnen – und angefangen, sich radikal zu wandeln: zunächst von Print zu Online, aktuell von Online zu Mobil. Im Interview spricht Martin Baron über schnelle Ladezeiten, den passiven Konsum von Medien und erklärt, warum wegfallende Finanzierungsmodelle nicht die einzige Herausforderung sind, vor der Qualitätsjournalismus heute steht.

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//“Erzählen wir Geschichten künftig über eine VR-Brille?” – Nikolaus Röttger zur Zukunft des Journalismus

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nikolaus roettger_2016_credit-petra-kleis-fur-wired_kleinDie Deutschen haben ein gespaltenes Verhältnis zur Technologie: Der technologische Fortschritt wird hierzulande skeptischer begutachtet als anderswo. In kaum einem anderen Land werden Themen wie Datensicherheit ähnlich kontrovers diskutiert. Und dennoch habe Technik unseren Alltag längst durchdrungen, sagt Nikolaus Röttger, Chefredakteur des deutschen Innovations- und Tech-Mediums WIRED: „Wir gehen auf die Datenschutz-Demo und suchen den Weg dorthin mit Google Maps. Wir machen uns Sorgen um die Spuren, die wir im Netz hinterlassen, tragen aber einen Fitness-Tracker.“ In diesem Spannungsfeld bewege sich der Technologie-Journalismus in Deutschland, erzählt Röttger im Gespräch mit OSK. Dort muss sich auch WIRED zurechtfinden.

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//“Am Ende gewinnt immer die Plattform” – Dr. Holger Schmidt zur Zukunft des Journalismus

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Ursprünglich wollte Holger Schmidt über den Klimaschutz schreiben – immerhin hatte er eine Doktorarbeit dazu verfasst. Das Thema sei ihm jedoch schnell zu politisch und zu emotional geworden, erklärte der Ökonom und Wirtschaftsjournalist später in einem Interview mit t3n. Die Netzwelt habe ihm besser gefallen. Dort ist er heimisch geworden – und hat sich mittlerweile selbst zur Marke gemacht. „Man muss das Netz für sich nutzen“, erzählt er im Gespräch mit OSK, „sowohl für die Recherche als auch für die Vermarktung von Inhalten.“

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//“Jeder sagt, dass die Homepage stirbt. Unsere Seite wächst” – Jochen Wegner zur Zukunft des Journalismus

Jochen WegnerDie Homepage ist tot, es lebe die Homepage. Während einige noch immer den Untergang der klassischen Startseite prophezeien, beweist ZEIT ONLINE, dass Desktop-Homepages auch in Zeiten von Facebook, Twitter und LinkedIn Pulse wachsen können. Der jüngste Relaunch des Online-Portals hat die klassische Homepage wieder stärker in den Mittelpunkt gerückt – mit einer klaren Struktur, einer reduzierten Navigationsleiste und einem opulenten Aufmacher. Die Nutzerzahlen steigen, und zwar rasant: Konnte die Website laut IVW im Jahr 2014 durchschnittlich gut 13.400.000 Homepage-Visits pro Monat verbuchen, waren es im darauffolgenden Jahr bereits über 14.400.000.*

Jochen Wegner, Chefredakteur von ZEIT ONLINE, hat den Umbau verantwortet – und ist heute froh, seiner einstigen Prognose über den Tod der Homepage damals nicht getraut zu haben. Nicht zuletzt deshalb sei er zurückhaltender geworden, was Prognosen zur Zukunft des Journalismus angeht, erklärt er im Gespräch mit OSK. Zu oft habe er Thesen geäußert, die „irgendwann einmal korrekt waren, aber auch irgendwann wieder falsch“.

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//New York City: Wait or Run

Inspired by Christopher Thomas’ mystical photo essay “New York sleeps,” a colleague and I set off for the Big Apple in September to shoot two films, knowing that we would find the city’s buzz, but also hoping to find the city’s quieter side. Not that our schedule gave any hint of this: ten days packed with meetings, interviews, conferences, instagramming for clients and two film projects. In short, a New Yorker’s life in caricature.

Our initial idea was to uncover a different New York – capturing the city’s elusive moments of calm in the style of the popular German photographer. Thomas used a custom-made large-format field camera. Our medium was video. The 80 black-and-white photographs in his 2012 book depict familiar cityscapes, but with a twist. This urban landscape is ghostly and dreamlike: Grand Central Station devoid of commuters, the Brooklyn Bridge a deserted monument, Fifth Avenue sans flâneurs. Not a single photo conveying the hectic way of life we call New York.

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//“Facebook und Google wissen mehr über unsere Leser als wir selbst” – Jeff Jarvis zur Zukunft des Journalismus

Jeff Jarvis Artikelbild_00Ortstermin an der City University of New York (CUNY): Wir treffen Journalismus-Professor und Bestseller-Autor Jeff Jarvis. Er teilt seine Sicht der Dinge nicht nur als Online-Instanz auf Twitter, Facebook und auf seinem Blog BuzzMachine mit, sondern gerne auch im persönlichen Gespräch. Die Zukunft des Journalismus ist sein Lieblingsthema; seine Haltung dazu wird schnell klar: News und gute Geschichten werden im Internet gemacht – und verkauft. Journalisten, so erklärt der 61-jährige Direktor des Tow-Knight Center for Entrepreneurial Journalism im OSK-Interview, müssen heute auch Unternehmer sein. Und weil wir uns lange mit dem Experten unterhalten haben, gibt es in dieser speziellen Ausgabe von “Zukunft des Journalismus” auch ein Video, in dem Jeff Jarvis weitere spannende Aussagen zur Entwicklung der Branche trifft.

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//KW 42 – Das Ende der Website?

Liebe Newsletter-Abonnenten,

in dieser Woche starten wir unseren OSK Weekly mit einer etwas ausführlicheren Einleitung. Aus aktuellem Anlass: Seit Anfang des Jahres sprechen wir mit Journalisten und Medienmachern aus ganz Deutschland. Ob Chefredakteure von etablierten Medienmarken, junge, mobilaffine Videojournalisten oder Gründer von reinen onlinebasierten Medien – in insgesamt 24 Experten-Interviews haben wir vieles über die Zukunft des Journalismus erfahren und gelernt. Vor allem jedoch eines: Die Entwicklung der Branche wird schon lange nicht mehr alleine von den Publishern gestaltet. Technische Plattformbetreiber wie Google, Facebook, Instagram, Twitter, Snapchat, LinkedIn etc. setzen sich als Vermittler zwischen die Nachrichten-Lieferanten und -Konsumenten. Sie bestimmen formgebende Regeln des Journalismus, beeinflussen mit ihren eigenen Algorithmen den Nachrichtenfluss und verdienen letztlich auch an den Inhalten aufgrund von speziellen Werbedeals mit.

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//Interview mit Paul Ripke: „Sei bereit, in Dinge zu investieren, es kommt irgendwann zu dir zurück“

„Fotograf ist der schönste Beruf der Welt“, sagt Paul Ripke, der mit seinem Fotobuch „One night in Rio“ über das Fußball-WM-Finale 2014 bekannt wurde. Eine Ausbildung als Fotograf hat Paul nicht, von einem Studium ganz zu schweigen. Paul Ripke (34) hat die Fotografie lange Zeit als Hobby betrieben, mit dem er fast nichts verdiente. Seinen Lebensunterhalt finanzierte er sich als Jugend-Trainer in einem Hamburger Hockeyclub. Aber wie das Leben so spielt: Dabei lernte er den Besitzer eines großen Textilunternehmens kennen, der einen Fotograf suchte. Ripkes Karrierestart als Fotograf. Continue reading

//“Man muss einen Weg finden, als Journalist relevant zu sein” – Susann Hoffmann und Nora-Vanessa Wohlert zur Zukunft des Journalismus

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Die Idee sei in einem Bahnhofs-Zeitschriftenladen entstanden. „Man ist am Bahnhof, steht vorm Zeitschriftenregal und wählt eine Kombination aus Cosmopolitan, Myself oder Gala und Manager Magazin, Brand Eins oder Handelsblatt. Irgendwas dazwischen hat gefehlt“, erinnert sich Susann Hoffmann (Foto oben). Eben die weibliche Perspektive auf Wirtschafts- und Karrierethemen – das heißt ein Online-Hub für Frauen, die sich beruflich verwirklichen wollen. Die Lösung nennen Hoffmann und ihre Kollegin Nora-Vanessa Wohlert EDITION F. Die beiden Frauen sind die Gründerinnen der Business-Lifestyle-Plattform, die im Mai 2014 online ging. „Wir sind selbst Teil der Zielgruppe – Frauen, die gut ausgebildet sind und mehr wollen: im Job und im Leben“, so Hoffmann. Es heißt, die Nachfrage bestimme das Angebot. „In diesem Fall musste man das Angebot selbst schaffen, was durchaus eine Herausforderung und ein großes Risiko für uns darstellte“, gesteht Mitgründerin Wohlert.

Bei der Idee zu EDITION F seien sich beide sicher gewesen, dass sie jedes Risiko wert war. Der Sprung ins kalte Wasser werde nicht angenehmer, wenn man länger warte. Daher entschieden Wohlert und Hoffmann sich für einen klaren Schnitt vom alten Jobleben. Nora-Vanessa Wohlert machte vor ihrer Zeit bei EDITION F ein Redaktions-Volontariat bei fischerAppelt, relations und arbeitete als Business Analyst bei Roland Berger. Danach war sie über zwei Jahre Redaktionsleiterin bei Gründerszene, dem Onlinemagazin für die Start-up-Szene und die digitale Wirtschaft in Deutschland. Susann Hoffmann war mehr als vier Jahre Strategie- und PR-Beraterin bei Scholz & Friends. Ab Anfang 2013 leitete sie den Aufbau der Kommunikationsabteilung des Fachverlags Vertical Media, zu dem auch Gründerszene gehört. Dort arbeitete Hoffmann zusammen mit ihrer Mitgründerin. Ein idealer Arbeitsplatz, um gemeinsam Wissen über die Erfolgsfaktoren und Herausforderungen von Neugründungen zu sammeln. Im September 2013 starteten sie schließlich ihren Weg in die Selbstständigkeit. „Mit einer weißen Seite in Word und dem Freiraum, Edition F entstehen zu lassen.“

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//“Verlage müssen viel stärker wie IT-Unternehmen denken” – Torsten Beeck zur Zukunft des Journalismus

Niddal Salah-Eldin „Wenn wir über News reden, dürfen wir eigentlich nur noch über Mobil nachdenken, denn dort finden Nachrichten zukünftig statt“, meint Torsten Beeck, seit Ende 2014 Leiter Social Media bei Spiegel Online. Der 36-Jährige bezeichnet sich selbst als „News-Junkie“, den man nie ohne Smartphone sieht – obwohl er ungern telefoniert. Für Beeck war es tatsächlich ein einzelner Tweet, der den Startschuss für sein Interesse an Social Media setzte: „Mercedes Bunz twitterte, dass Google ein eigenes Betriebssystem angekündigt habe. Ich saß in der U-Bahn auf dem Weg zur Arbeit, und in deutschen Medien gab es dazu einfach nichts. Das fand ich spannend.“ Eine Leidenschaft, die er inzwischen mit seinem Beruf vereint hat. Beeck sagt, dass soziale Medien für ihn eine erstklassige Fundgrube für spannende Inhalte seien und zugleich als wichtige Distributionskanäle dienen. Zudem ermöglichten sie eine noch intensivere Verbindung zum Leser sowie einen zusätzlichen Informationskontext zu einer aktuellen Nachrichtenlage – zwei Punkte, die nach Meinung des Journalisten in der Branche künftig immer wichtiger werden. Beeck studierte Rechtswissenschaft sowie Politics & Organisation in Hamburg und Hagen, wurde später bei der Computer Bild Leiter im Ressort Unterhaltungs-Elektronik. Schon bevor er zu Spiegel Online wechselte, sammelte er als Leiter der „Social Media und Community“-Abteilung bei Bild Erfahrung in der Arbeit mit den sozialen Netzwerken. Bei Spiegel Online betreut der Netzexperte die Social-Media-Kanäle und beobachtet, was sich im Netz tut. Im Interview erklärt Torsten Beeck, wie wichtig es ist, Nachrichten für unterschiedliche Kanäle zu zuzuschneiden, und an welcher anderen Branche sich der Journalismus ein Beispiel nehmen kann.

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